Mittwoch, 14. März 2012

Häuserkampf - wo alles begann


Wer sich dafür interessiert, was die Occupy-Bewegung in den USA inzwischen macht, sollte sich diese beiden kurzen Beiträge aus der ARD-Mediathek ansehen. Der erste berichtet davon, wie stark sich viele Occupy-Aktivisten für Familien einsetzen, die ihre Hypotheken fürs Eigenheim nicht mehr zahlen konnten und von den Banken enteignet und auf die Straße gesetzt wurden. Der Bericht zeigt wie kompromisslos die Banken dabei vorgehen. Lieber lassen sie die Häuser verroten, anstatt sich auf neue Konditionen zu einigen, was auch ökonomisch wenig Sinn macht. Wer sich erinnert - der Verfall der Immobilienpreise bzw. das Ausbleiben von utopischen Wertsteigerungen, die die Finanzierungsmodelle erst möglich machten, waren einer der wesentlichen Ursachen für die Finanzkrise. Aktivisten besetzen nun immer mehr Häuser, richten sie wieder her und stellen sie obdachlosen Familien zur Verfügung, was auch in den betroffenen Wohnvierteln, die immer mehr verfallen, mit großer Sympathie aufgenommen wird. Ein guter Weg, um aktive Veränderungen anzuschieben!

Häuserkampf - Der Immobilienmarkt - wo alles begann

Das ergänzende Interview mit einem der Aktivisten, der selbst Obdachlosigkeit erlebt hat und nun etwas an die zurückgibt, die dieses Schicksal teilen. Der Eindruck den manche Straßenzüge machen ist erschreckend und zeigen das ganze Ausmaß der immer weiter auseinanderklaffenden Schere zwischen Arm und Reich.

Interview mit dem Occupy-Aktivisten Carlos Marroquin

Ich fühle mich an eine Passage aus dem Interview mit Vananda Shiva erinnert. Sie sagte mit Hinblick auf ihr Bild von Europa, dass es um die "Krisenstaaten" Europas teilweise schlechter bestellt sei als um die Entwicklungsländer, da die Bevölkerung dort einen Sozialstaat kannte, der nun wegbricht. In den Entwicklungsländern, die nie einen Sozialstaat kannte, benötigt es ohnehin andere Formen der Solidarität.
Das soll jedoch keineswegs ein Hinterfragen des Sozialstaates sein. In meinen Augen ist die soziale Marktwirtschaft eine der größten Errungenschaften der Geschichte. Leider wird immer stärker das Bild vermittelt, wir könnten uns den Sozialstaat nicht mehr leisten. Doch um die Finanzwirtschaft zu retten, ist Geld da. Ich hoffe sehr dieses Bild wird sich wieder gerade rücken. Das neoliberale Gedankengut ist dabei die Welt zu zerstören. Widerstand ist Bürgerpflicht! 

Dienstag, 6. März 2012

arabischer Frühling


Viele Mißverständnisse prägen das Bild und die Debatte über den arabischen Frühling. Es ging nicht einfach um die Konfrontation zwischen Diktatoren und dem einfachen Volk, sondern die Ereignisse waren und sind vielschichtiger und noch immer ist unklar, wie sich die arabische Welt in Zukunft entwickeln wird.

Es wird deutlich, welche Rolle beispielsweise die steigenden Lebensmittelpreise als Katalysator für die Ereignisse und generell die extremen Unterschiede zwischen Land- und Stadtbevölkerung gespielt haben. Auch die Rolle von gemäßigten und radikal auftretenden muslimischen Gemeinschaften / Parteien wird ausreichend beleuchtet. Interessant auch zu sehen, welch gute Voraussetzungen Syrien für einen Wandel hatte - im Gegensatz zu Gaddafi und Muhbarak war Assad durchaus beliebt und hat sich selbst in eine Sackgsasse manövriert. Inzwischen agiert er nur noch aus reinem Machterhalt, seine Auftritte sind zynisch und sein menschenverachtender Umgang mit den Protestierenden, die er offenbar vernichten will, ist beschämend.

So schwierig die Abwägung ist, ob es ein Eingreifen in Syrien sinnvoll ist - ich wünsche sie mir - schließlich hat die Opposition keine reele Chance und ist militärisch extrem unterlegen. Ähnlich war die Situation auch in Lybien - ohne ein Eingreifen hätte sich nichts verändert. Ich bin sehr kritisch was militärische Einsätz angeht, aber die Polemik, die vielfach im Netz verbreitet wird, ein Eingreifen diene nur der Etablierung von neuen Regierungen, die dem Westen freundlich gesinnt sind, greift für mich viel zu kurz. Zumal auch gerade die Waffenlieferungen aus dem Westen dieses Ungleichgewicht zwischen Diktatoren und Volk erst zementiert haben. Ein humanitäres Eingreifen ist dringend notwendig - zur Not militärisch unterstützt. Generell benötigt die UNO meiner Ansicht nach wieder eine politische Stärkung. Die NATO als reines Militärbündnis ist für mich für ein solches Eingreifen ungeeignet. Doch in jedem Fall kann man nicht einfach zusehen, wie Assad kritische Teiles seines Volkes umbringt. Das ist nicht hinnehmbar!

Dennoch liege ich nicht dem Trugschluss auf, Diktatoren wie Muhbarak, Gaddafi und Assad hätten keine Befürworter. Natürlich haben sie die - schließlich profitieren auch viele Menschen in einem Regime...

Diese Dokumentation ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen und ermöglicht ein vielfältiges Meinungsbild - wie es den Ereignissen des "arabischen Frühlings" auch angemessen ist:


Montag, 5. März 2012

Vandana Shiva


Vandana Shiva ist Phy­si­ke­rin, Umwelt­ak­ti­vis­tin, Trä­ge­rin des Alter­na­ti­ven Nobel­prei­ses und Publi­zis­tin.
In einem Interview mit Ilona vom Blog für eine bessere Welt spricht sie über die fatalen Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft, die Machtkonzentration in den multinationalen Konzernen, die Allgemeingüter wie Wasser oder Saatgut in Besitz nehmen und patentieren. Sie wirbt für eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft und eine Abkehr von Monokulturen und Pestiziden, um den Ertrag der Böden enorm zu steigern.

Außerdem legt sie den Finger auf die Wunde: Die Verschwendung in den Industriestaaten und die Auswirkungen der Verschmutzung dieses Planeten. Sie verweist auf die (mit)entscheidende Rolle der Agrarwirtschaft, um dem Klimawandel entgegen zu treten und auf die Chancen, die sich aus einem grundlegenden Wandel ergeben können.

Dabei wirkt sie im Interview sehr präzise, weise und unaufgeregt. Man merkt ihr an, dass sie weiß vowon sie spricht, dass sie ihren Humor nicht verloren hat und ihre Fokussierung der Möglichkeiten, die sich aus der aktuellen globalen Krise ergeben können und verliert sich nicht in Zynismus über die Mühsal ihrer schwierigen Überzeugungsarbeit, die scheinbare Übermacht der Konzerne und wiederkehrende Rückschläge in diesem Kampf. Eine inspirierende Persönlichkeit!



dort finden sich auch weiterführende Links

Sonntag, 4. März 2012

Was tun?


Dieser Tage stieß ich auf eine spannende ARTE-Reihe unter dem Titel "Was tun".
Darin erläutern spannende Persönlichkeiten ihre vielfältigen und inspirierenden Perspektiven für die Zukunft.

Teil 1: Ulrich v. Weizsäcker: "Den Wohlstand vom Verbrauch entkoppeln"

Über den Begriff der Nachhaltigkeit. Ein Apell an die Menschheit zu einer zukunftsfähigen Lebensweise zu finden. Er sieht Möglichkeiten den Wohlstand vom Verbrauch zu entkoppeln. Seine Thesen...

Teil 2: Jakob v. Uexküll: "Verantwortung übernehmen"

Ein Aufruf sich politisch zu engagieren und wie wichtig es ist zu lernen, sich öffentlich politisch zu äußern. AUch meine Erfahrung ist, dass man dabei besonders viel lernt; schließlich ist man gezwungen seine theoretischen Ideen anderen vorzustellen und durch deren Kritik weiter zu lernen. Uexküll ruft dazu auf, sich in Parteien zu engagieren. An dem punkt sdchwanke ich noch immer. So sehr es mir widerstrebt mich den Regeln innerhalb der Parteien zu unterwerfen. Andererseits: wenn sich eine große Menge kritisch denkender Menschen in den Parteien engagieren würden - warum sollten sich die Regeln und die Kultur nicht ändern lassen?

Teil 3: Vandana Shiva: "Widerstand leisten"

Über die Gier der multinationalen Großkonzerne und über einen nachhaltige, ökologische Bodennutzung.
Sie äußert sich eindeutig zu dem fatalen Wirken von "Monsanto" und die Auswirkungen für die Landwirtschaft in Indien. Eine spannende Persönlichkeit mit einem erweiternden Blickwinkel.

Teil 4: Dennis Meadows: Wieder runter gekommen 

Einer der Autoren der Studie "Grenzen des Wachstums", die gerade vierzig Jahre alt wurde. Was hat sich seitdem geändert. Haben wir angesichts dieser Erkenntnisse etwas gelernt? Seine Prognosen...

Teil 5: Klaus Wiegandt: Sich bilden

Darüber seine eigene Lebensführung zu hinterfragen. Was ist wirklich nötig und was ist Verschwendung?
Über die Macht des Einzelnen sich selbst und andere zu ändern...

Mittwoch, 29. Februar 2012

Wohin mit der Wut?


Eine sehenswerte Diskussionsrunde im ORF. Schön mal nicht die immer gleichen zu hören. Vor allem die Thesen von Herrn Düringer kann ich viel abgewinnen.

„Empört Euch" war der Schlachtruf der Wutbürger 2011 im Kampf um die eigenen Rechte und um die Demokratie - gegen Kapitalismus, Wallstreet und korrupte Politiker. Doch wer sind diese Wutbürger? Sind es die Unterdrückten, Benachteiligten, die aufbegehren? Oder sind es die älteren Wohlhabenden, die sich vor einem Wandel fürchten, bei denen der Wunsch nach Bewahrung alter Werte und traditioneller Systeme überwiegt? Und was folgt der Wut, wie groß ist die Gefahr einer Radikalisierung? Darüber diskutieren bei Michael Köhlmeier:

Konstantin Wecker - Liedermacher

Roland Düringer - Kabarettist

Thomas Chorherr - Journalist, „Wutbürgerlicher"

Herta Wessely - Aktion 21

Maria Maltschnig - Aktivistin „Sektion 8"


Montag, 20. Februar 2012

Frieren für Gerechtigkeit


Ein spannender Einblick in das Campleben im Frankfurter Winter bietet eine ARD-Dokumentation aus der Reihe "Gott und die Welt". Hier wird auch deutlich wie einzelne Aktivisten den Schulterschluss mit Teilen der Kirchen oder der ATTAC-Bewegung sucht und dennoch eigenständig bleibt. Für das Camp wird auch das Bild einer Mahnwache herangezogen - ein für mich sehr passender Vergleich - ein Mahnmal für die Gesellschaft, auf dass immer mehr Menschen begreifen, dass ein tiefgreifender Wandel unumgehbar ist, um Zukunft für die junge Generation und folgende Generationen zu gewährleisten. Ich bin schon sehr gespannt, was sich aus den Occupy-Protesten im Frühjahr entwickeln wird. In jedem Fall bin ich jedem Einzelnen, der weiter in der Kälte ausharrt dankbar! Gerade gestern habe ich gesehen, dass auch in Hamburg noch einige im Camp ausharren. Auch das Camp in Düsseldorf ist meines Wissens weiter bewohnt. Doch nun zum Beitrag aus der ARD-Mediathek:

Gott und die Welt: Frieren für Gerechtigkeit 

Dienstag, 14. Februar 2012

Jean Ziegler


Ganz kann ich es also noch nicht lassen. Wäre auch schade, da ich noch immer Tonnen von Material nicht verwendet habe. Ich möchte mich in einer kleinen Serie den Vorbildern widmen, die mich inspirieren und mich ermutigen, mich zu engagieren. Ullenso wird auch bald einen Blog über seine Erfahrungen in Südafrika veröffentlichen. AUf diesen Beitrag freue ich mich schon ganz besonders!

Zum Einstieg noch eine kleine Anmerkung zu einem Artikel, der aktuell durch die Medienlandschaft wandert. Der Artikel suggeriert, die Occupy-Bewegung sei endgültig tot. Frundlage dieser These ist die Tatsache, das gerade vor einigen Tagen die meines Wissens letzten beiden Protestcamps in den USA in Washington D.C. ohne großen Widerstand und vor allem ohne großes Medienecho geräumt wurden.
Hätte sich der Autor die Mühe gemacht, weiter zu recherchieren, hätte er erkannt, dass viele Aktivisten nur eine Pause eingelegt haben, um sich weiter zu vernetzen, neue Kräfte zu sammeln, um ihm Frühling wieder öffentlichkeitswirksam in Erscheinung tu treten. Ich bin überzeugt, dass die Bewegung im Frühjahr noch stärker sein wird. Außerdem finden auch aktuell noch viele Aktionen der Aktivisten statt, die in den USA dazu übergegangen sind, leerstehende Häuser (Folge der Immobilienkrise) zu besetzen und sie Familien zur Verfügung zu stellen. In der Zeit fand ich dazu einen interessanten Artikel: Vor dem amerikanischen Frühling.
Auch die starken Proteste gegen das ACTA-Abkommen zeigen, dass die Protestbewegung weltweit wach und engagiert ist. Ein erfreuliches SIgnal!

Doch nun zu Jean Ziegler, einem Schweizer, der sich seit Jahrzehnten gegen die Macht der großen Banken und Versicherungen stellt, sich für die UN-Menschenrechtsrat engagiert und sich auch von schwerstem Geschütz und einer beispiellosen Klagewelle, die ihm über fünf Millionen Euro Schulden (!) eingebracht hat, nicht einschüchtern ließ.
Besonders toll finde ich auch diese Anekdote: Als er mit dem Gedanken gespielt hat, sich in Kuba politisch zu engagieren, sagte Che Guevara bei einem Vortrag in der Schweiz zu ihm beim gemeinsamen Blick über das nächtliche Genf: "da bist du geboren. Da ist das Gehirn des Monsters, da musst du kämpfen".
Sicher hat auch Ziegler Fehler gemacht, doch er hat aus diesen gelernt. Mich beeindruckt vor allem sein selbtloser Kampf für die Menschen in der dritten Welt.

In Titel, Thesen, Temperamente wird seine Lebensgeschichte nachgezeichnet:
Das erste.de: ttt: Wie der Rebell vom Genfer See die Welt wachrüttelt

Bemerkenswert auch seine Worte zum Thema "Imperium der Schande" (auch ein Buch Jean Zieglers):
Jean Ziegler: Imperium der Schande

2011 wurde er als Redner zu den Salzburger Festspielen geladen und dann kurzfristig wieder ausgeladen. Seine Rede, die sicher zuenem Affront geführt hätte, hat er trotzdem veröffentlicht. Schade, dass er nicht sprechen durfte, vielleicht hätte das den einen oder anderen der Mächtigen aufgerüttelt.
Jean Ziegler: nicht gehaltene Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele

Eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Es braucht viel mehr solcher Menschen für einen wirklichen Wandel!

Montag, 6. Februar 2012

Abschied & Neubeginn


"Wenn wir unsere Augen nicht brauchen um zu sehen,
werden wir sie brauchen um zu weinen!"  Sartre


Liebe Leser und Freunde des Scheinwerfers!

Dies wird mein vorerst letzter umfangreicher Blog für den Scheinwerfer sein. Erst einmal vielen Dank für Euer Interesse! Ein Abschied ist nie leicht, doch manchmal notwendig, um sich weiter zu entwickeln - und ich möchte mich weiterentwickeln. Ich lebe noch lange nicht das, was meinen Überzeugungen entspricht. Ich brauche wieder neue Impulse.
Durchaus möglich, dass ich mich ab und an nochmal kurz zu Wort melde. Doch das wird ohne inneren Zwang geschehen. Ich möchte nicht mehr verbissen nach wichtigen Informationen in der Medienlandschaft suchen und mich dabei durch Banalitäten und Irrmeinungen zu wühlen und habe außerdem das Gefühl, dass ich mich zu den Themen, die mir am wichtigsten erscheinen, ausgiebig geäußert habe.

Ich weiß nicht wieviel tausende Artikel ich gelesen habe in der Zeit, die ich für den Scheinwerfer geschrieben habe. Ich weiß nur, dass es jetzt reicht. Ich bin müde und will eine Zeitlang nichts mehr von Politik hören.
Es wird Zeit, neue Kräfte zu schöpfen.

Außerdem habe ich die letzten Monaten gemeinsam mit einem Lektor an meinem ersten Buch gefeilt - ein Buch, in dem ich versuche endgültig die Dämonen aus der Vergangenheit zu bannen und von meiner ersten Reise nach Indien erzähle. Ich werde mir die Freiheit nehmen hier ein paar Auszüge aus meinem Buch zu veröffentlichen, da ich versuchen werde, das Buch selbst zu vermarkten. Vielleicht findet das Buch so irgendwann den Weg zu einem Verlag. Zweifellos passt das Buch auch zum gesellschaftskritischen und politischen Kontexts des Scheinwerfers. Nach einem dreiviertel Jahr ehrenamtlichem Bloggen - oft ein Fulltimejob - habe ich auch keine Schmerzen hier ein bischen Werbung in eigener Sache zu machen. Von irgendetwas werde auch ich leben müssen und mein Traum ist und bleibt (Reise)journalist. Reisen ist für mich schnell zur Leidenschaft geworden. Andere Kulturen und Lebenskonzepte kennen zu lernen, mit den einfachen Menschen dort in Kontakt zu kommen und die eigene Identität und das eigenen Handeln immer wieder zu überdenken - das spornt mich an. Es wird höchste Zeit, wieder Leben in mich aufzunehmen und einen weiteren Schritt zu einem erfüllteren Leben zu gehen. Meine innere Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen und ich möchte weiter lernen. 

Im Mai 2010 habe ich angefangen, meinen ersten Blog "Coconutyoga`s World" zu schreiben - einen Reiseblog auf Englisch, um mit den Menschen, denen ich unterwegs begegnet bin, in Kontakt zu bleiben. Diesen werde ich bald wieder reaktivieren - ob auf deutsch oder englisch weiß ich zurzeit noch nicht.
Ein Jahr später - nachdem ich zum dritten Mal von Asien nach Deutschland zurückkegekehrt bin, wurde der Scheinwerfer aus der Taufe gehoben. Es wurde schnell zum Ventil für meine Unzufriedenheit über die herrschenden Zustände in unserer Welt, die mich auch nach Asien geführt hat - in der Hoffnung dort eine andere Lebensweise kennen zu lernen. Mit Erschrecken musste ich dort feststellen, das selbst im mystischen Indien der ungezügelte Kapitalismus und neokonservatives Gedankengut mit seinem Fortschritts- und Wachstumswahn auf die wachsende Mittelschicht eine riesige Anziehungskraft ausübt - mit erschreckenden Folgen für die Ökologie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Doch ich bin auch dem alten Indien begegnet. Und das zieht mich noch immer magisch an. Und so werde ich nach Vollendung des Buches erneut dorthin aufbrechen.

Ich möchte diesen Blog nutzen, um noch einmal darauf einzugehen, welche Veränderungen ich mir für diese Welt erhoffe. Gleichzeitig wird er auch persönliche Elemente enthalten - das war sicher schon immer die Besonderheit meiner Blogs - die eigene Person selbstkritisch miteinzubeziehen. Denn ich bin überzeugt, dass es keine "objektive Wahrheit" gibt, sondern verschiedene subjektive Blickwinkel, die erst gemeinsam eine Realität abbilden. Nicht immer nur Schwarz und Weiss zu sehen, sondern mühsam zu einer inneren Haltung dazwischen zu finden. Dafür ist es notwendig beide Seiten der Medallie zu betrachten und sich auch mit Meinungen auseinanderzusetzen, die man unwillkürlich erst einmal ablehnt. Doch erst wer beide Seiten kennt, kann sich eine wirkliche Meinung bilden. Ich will nicht behaupten, dass mir das immer geglückt ist - doch das ist mein Anspruch.
Leider behaupten viele Menschen, eine objektive Wahrheit zu kennen und biegen dafür Halbwissen so zurecht, bis es in ihr Weltbild passt. Diskussionen werden dann im Keim erstickt, Kompromisse werden unmöglich. Verschwörungstheoretiker haben wie in allen Krisen Hochkonjunktur. Doch das ist eine gefährliche Entwicklung. Auch in der Occupy-Bewegung erliegen immer wieder Aktivisten der Verlockungen einer einfachen Wahrheit und positionieren sich oft ohne es zu merken an den extremistischen Rändern. Feindbilder waren schon immer verlockend. Doch das ist viel zu einfach. Antworten für das Zusammenleben im 21. Jahrhundert zu finden, ist ein sehr schwieriger Prozess.
Noch ein Hinweis auf einen Artikel über die Gefahr der Unterwanderung der Occupy-Bewegung von Rechts:
Nachdenkseiten: Occupy und die Rechtspopulisten

Wenn wir wirklich Veränderungen herbeiführen wollen, müssen wir alle Menschen miteinzubeziehen und ihre Anliegen ernst nehmen. Schließlich müssen die eigenen Meinungen - selbst wenn sie richtig sind - erst einmal konsensfähig sein. Und das geht am besten mit dem Fokus auf ein "was könnten wir besser machen" als einem reinen "ich lehne das Bestehende ab". Es geht schließlich um die Zukunft und die Überlebensfähigkeit der Menschheit - um nicht weniger. Wir alle kennen die Antworten für die Zukunft noch nicht. Doch wir müssen uns endlich auf den Weg machen, Antworten zu finden.

Noch ein Wort zu Anonymus. So sehr ich einzelne Aktionen von "Anonymus" begrüsse, so stößt mich noch immer der Slogan "we will not forgive" ab. Welche Konsequenzen soll das haben? Vergeltung?

Ich möchte lernen, zu vergeben - auch wenn mir das oft sehr schwer fällt. Doch ich weiss, wie sehr Gier und Macht korrumpieren können - sind also die Menschen und Interessengruppen, die eine ungerechte Welt mit ihrem Wirken zementieren, also wirklich Täter? - oder nicht vielmehr Opfer ihrer eigenen Verblendung. Haben sie nicht einfach jegliche Empathie für andere Menschen verloren und bewegen sich nur noch ihren eigenen Zirkeln und vertrauen Wachstumsalgorythmen anstatt sich Gedanken zu machen über diejenigen die unter ihrem "Profit" leiden. Am deutlichsten sieht man das bei der Lebensmittelspekulation. Ich verachte die Praktiken der Banker besonders in diesem Bereich. Doch was nutzt es mir die Banker zu verachten? Genaugenommen haben sich die Profiteure unserer Weltordnung nur perfekt angepasst. Ein jeder von uns hätte der Verlockung von Geld und Macht erliegen können. Erliegen wir nicht der Illusion, wir seien besser. Der Mensch durch seine Sozialisation geprägt und kommt keineswegs gut oder schlecht auf die Welt.
Daher will ich nicht aufrechnen; ich will keine Rache, ich will Veränderung. Und vor allem weiß ich, dass auch ich mich verändern muss - und nicht nur "die, da oben". Feindbilder suggerieren das Gegenteil und verführen nur dazu, die eigene Verantwortung zu negieren. Ich weiß nicht, wie oft ich selbst schon in diese Falle getappt bin...
Außerdem mache ich mir nur selbst das Leben schwer, wenn ich nur auf die Schattenseite blicke und verbaue mir den Blick auf das, was wir anders machen können oder was sich bereits besser entwickelt.  
Ich wünsche mir ein System in dem Kooperation und Solidarität belohnt wird und nicht Übervorteilung und Konkurrenz und nur wir gemeinsam können einen solchen Wandel herbeiführen, indem wir Solidarität leben.

Dazu bedarf es auch pragmatisch zu sein - und glaubt mir - das fällt mir als Idealisten ausgesprochen schwer. Doch Diskussionen über Veränderungen müssen ergebnisoffen sein. Noch verweigern sich zu viele Menschen solch einem Diskurs oder erachten ihn als unnötig. Sicher sind solche Debatten sehr anstrengend, doch notwendig. Die Bequemlichkeit abzuwarten, können wir uns einfach nicht mehr leisten. So wie jetzt kann es sicher nicht mehr weitergehen - das sollte jedem klar sein. 

So sehe ich in der Occupy-Bewegung ein Mahnmal dafür, dass Veränderungen notwendig sind, dass wir in einen solchen Dialog treten müssen, um mögliche Veränderungen in breiter Öffentlichkeit zu diskutieren und vor allem die soziale Kälte, die mit der steigenden Bedeutung des Kapitals immer mehr zugenommen hat, zu durchbrechen. Es war für mich eine bereichernde Erfahrung an Assambleas teilzunehmen und meine kritische Meinung einzubringen. Man lernt auf diese Weise unheimlich viel dazu und revidiert oder erweitert seine eigene Meiniung - zumindest dann wenn man offen ist und die eigene Meinung nicht festzementiert ist.
Doch ich erwarte mir von dieser Bewegung keine Lösungen. Ich sehe vielmehr viele verschiedene Organisationen und Bewegungen, die an verschiedenen Fronten für ein anderes Leben kämpfen - ein Leben in dem die Rechte des Menschen über allem anderen stehen. Wir alle müssen die
Politik dazu zwingen, endlich wieder Entscheidungen im Sinne von uns Bürgern zu fällen.
Nur so können wir den Einfluss der Lobbyisten wieder auf ein gesundes Maß zurechtstutzen.

Für mich war und ist immer entscheidend, wie die Gesellschaft mit ihren Schwächsten umgeht.
Und gerade dieser Umgang ist beschämend. Ich habe das persönlich erleben müssen und auch in meiner Berufspraxis als Heilerziehungspfleger, ein Ausbildungsberuf zur Arbeit mit behinderten und psychisch erkrankten Menschen. Die Zustände die ich im sozialen Beriech vorgefunden habe, haben mich schockiert und beschämt. Behinderte und psychisch kranke Menschen haben nahezu keinerlei Lobby in unserem Land. Die Zustände in Behinderteneinrichtungen, Psychiatrien und Altersheimen sind oft katastrophal und menschenentwürdigend. Ich war immer gerne für die Schwächsten da, doch ich konnte die Rahmenbedingungen nach einigen Jahren nicht mehr ertragen. Es herrscht Bevormundung, Missachtung von Bedürfnissen, Zynismus und Resignation und eine Veränderung von der Basis aus schien unmöglich.
Die harte Arbeit der Pflegekräft wird kaum honoriert - weder finanziell noch menschlich. Der Kostendruck ist immens. Wie lange ist nun bekannt, welch unwürdigen Bedingungen in den Heimen herrschen?
Und nichts hat sich getan seitdem - auch die Pflegekräfte begehren viel zu wenig auf - denn jeder weiss - wer aufmuckt, fliegt. Doch irgendwann werde ich in diese Arbeit zurückkehren und weiterkämpfen.
Die Gesellschaft darf nicht mehr wegsehen!

Wer hierzulande Hartz IV bezieht, muss damit leben, als faul diskriminiert zu werden. Noch immer geht die Mär um, jeder könne eine Arbeit finden, wenn er nur wolle. Das ist schlichtweg falsch. Noch beschämender, dass sich unsere Regierung immer wieder mit den niedrigen Arbeitslosenzahlen schmückt. Dabei ist der Preis dafür immer weniger Arbeit, mit der man über die Runden kommen kann und immer mehr, die gerade zum Überleben reicht. Von Würde kann man in diesem Zusammenhang wohl kaum sprechen. Wieviele Menschen aus der Statistik geschönt werden, dürfte euch allen bekannt sein.

Dabei ist längst bekannt, dass die Wochenarbeitzeit massiv sinken müsste, um Arbeit wirklich gerecht zu verteilen. Noch immer ist für mich das Grundeinkommen die Alternative, um den Menschen ihre Würde zurückzugeben und anzuerkennen, dass wir alle ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben haben. Das würde automatisch zu humaneren Arbeitsbedingungen führen. Schließlich wären die Arbeitnehmer in einer ganz anderen Situation. Die Frage, wieviel man sich dazuverdienen möchte, stünde im Vordergrund und nicht die Sorge um die eigene Existenz und die Teilhabe an der Gesellschaft.
Doch noch immer heißt es, wie gut es uns doch ginge. Warum soll man immer dorthin schauen, wo es schlechter läuft? Wollen wir uns wirklich mit Entwicklungsländern vergleichen?

Der Sozialstaat war und ist für mich eine wichtige Errungenschaft - doch wir stehen inzwischen vor einem Trümmerhaufen. Was ist nur aus der Sozialdemokratie geworden? Der Sozialstaat wird immer stärker abgebaut, gleichzeitig wird ein Finanzsystem gestützt, das weiter von Blase zu Blase wächst, um dann zusammenzubrechen. Doch der Zusammenbruch wird immer wieder verhindert. Durch die Aufnahme von immer neuen Schulden und mit Hilfe des Geldes der Steuerzahler. Banken, Versicherungen, multinationale Konzerne - an die können wir nicht ran - heißt es immer wieder - sie seien "too big to fail".
Doch dann muss sich doch gerade das ändern. Wir dürfen uns doch nicht von Kartellen, Ratungagenturen und Monoplisten erpressen lassen! Doch genau das geschieht. Ich persönlich bin der Meinung, das Spekulationen massiv eingeschränkt werden müssen. Wie können wir zulassen, dass mit Realwerten spekuliert wird? Man wettet sogar auf den Bankrott von Firmen, die tausende Menschen beschäftigen - ohne jegliche Konsequenz und Haftung. Das kann doch nicht wahr sein!
Ich bekenne mich auch dazu, ein gerechteres und sozial gestaffeltes Steuersystem umzusetzen, Vermögen stärker zu besteuern und endlich die Steueroasen trocken zu legen.

Durch meine Arbeit als Blogger habe ich viel lernen dürfen. Zuvor war mir nicht bewusst, welch schädlichen Einfluss unsere Zinswirtschaft auf die Menschheit hat. Dass Geld nur durch Vergabe von Krediten geschöpft wird. Hat man sich einmal die Konsequenzen dieses Systems vor Augen geführt, wundert einen die immer mehr aufklaffende Schere zwischen Arm und Reich nicht mehr. Auch nicht die Tatsache, dass den Staatsschulden nahezu gleiche Vermögensanhäufung einer kleinen Elite gegenüberstehen. Das ist nur eine logische Folge eines exponentiellen Wachstums von Schulden und Vermögen. Warum sollte kein zinsloses System möglich sein? Geld muss wieder einen reelen Gegenwert haben.
Noch dazu funktioniert die bestehende Finanzarchitektur nur durch ein konstantes Wachstum. Doch wohin soll uns diese Wachstumsideoligie eigentlich noch führen? Schon heute verbrauchen wir soviel mehr Ressourcen, als wir zur Verfügung haben.

Unsere Erde ist in einem erschreckenden Zustand. Der Klimawandel ist weit  fortgeschritten. Klimasysteme wie der "El Nino" in Südamerika und der tropische Monsun geraten immer wieter aus dem Gleichgewicht. Folgen sind Naturkatastrophen, Dürren, Versteppung und Verwüstung, Abschmelzen der Gletscher, deren Wasser Milliarden von Menschen ein Leben ermöglicht. Das zeigt sich in den Ländern am Äquator einfach schon viel stärker als in Europa. Fast schon zynisch, dass vor allem die Ärmsten am meisten unter den Folgen des Klimawandels leiden.
Wer das als Propaganda abtut, erntet von mir nur absolutes Unverständnis. Doch ich habe diese Meinung immer wieder von intelligenten Menschen gehört, mit denen ich sonst eine hohe Übereinstimmung habe. Für mich wirkt das wie blanker Zynismus. Selbst wenn die Sonnenaktivität Einfluss auf das verändernde Klima haben sollte - das macht eine Einschränkung unseres Lebensstils nur noch dringlicher. Und mal im Ernst: Wer glaubt wirklich, dass die Industrialisierung und der Ausstoß von Abgasen keine verheerenden Auswirkungen auf die Umwelt haben? Warum sonst sollte beispielsweise der Gletscher des Mt. Everest in den letzten 40 Jahren um die Hälfte geschmolzen sein? Das wird noch verheerende Auswirkungen haben. Schließlich versorgen die Gletscher des Himalaya zwei Milliarden Menschen mit Wasser.

Wir stehen am Scheideweg - entweder es gelingt uns, zu einem ressourcenorientierten Lebensstil zu finden und zu einer vernünftigen und nachhaltigen Bodennutzung zurückzukehren - oder uns stehen gigantische Völkerwanderungen bevor mit unabsehbaren ökonomischen und geopolitischen Folgen - dann wird es nur noch um das Überleben gehen und dann werden keine Zäune oder militärische Interventionen die Menschen stoppen können. Wenn die Basis unserer Zivilisation weiter Bodenschätze sein sollen, dann wird irgendwann ein Krieg um die letzten Rohstoffe unvermeidlich sein. Welche Folgen diese Entwicklungen haben würde, kann sich keiner von uns wirklich vorstellen. Doch noch können wir handeln - und wir müssen handeln!

Ermöglichen wir den Menschen in der dritten Welt endlich ein humanes Leben - setzen wir uns dafür ein, Agrarsubventionen abzuschaffen und endlich einen fairen Welthandel zu ermöglichen, in dem die Erzeuger von Waren von ihrer Arbeit selbständig leben können. Bezahlen auch wir anständige Preise. Geiz ist nicht geil. Sondern er macht Manschen zu "Sklaven" von Konzernen, die den Gewinn abschöpfen. Anders sind die Preise nicht zu machen.

Projekte wie die Sonnenenergienutzung in der Sahara und insgeamt der rasante Ausbau der ernerbaren Energien muss das wichtigste Ziel sein. Investieren wir in energieautarke Systeme!
Das Geld, das wir hier investieren ist bestens angelegt in einer Welt der endlichen Ressourcen.
Modellprojekte müssen den Beweis erbringen, dass eine andere Welt tatsächlich möglich ist.
Die Armut in der Welt ist massiv angewachsen in den letzten Jahren - heute hungern eine Milliarde Menschen - in solch einer Welt kann es nur Konflikte geben. Vielen geht es ums blanke Überleben. 
Wir müssen endlich zu einer vernünftigen Diplomatie finden - in der wirkliche Konsenslösungen gefunden werden, anstatt Konflikte um Ressourcen immer weiter zu schüren. Die Entwicklungshilfe ist noch immer viel zu wenig erfolgreich dabei, die Menschen dauerhaft autark zu machen - noch immer ist sie zumeist eine reine Katastrophenhilfe. Und so geht es nur von Katastrophe zu Katastrophe.

Der Handel mit Waffen muss endlich ein Ende finden. Auch eine neue atomare Abrüstung ist dringend vonnöten, anstatt Krieg gegen den Iran zu führen - der ja eigentlich nur nachvollziehbar handelt - erst wenn man die Atombombe hat, wird die Abschreckung hoch genug sein, um keinen Krieg gegen den Iran zu führen. Siehe Nordkorea.
Auch einen wirklichen Dialog zwischen den Religionen halte ich für unabdingbar, um Fundamentalismus entgegen zu wirken. Brückenbauer - das ist das, was wir in dieser Welt brauchen.

Auch die Bürgerrechte sind massiv bedroht. Unter dem Deckmantel vom Kampf gegen den Terror und dem unhaltbaren Versprechen von Sicherheit wird Demokratie immer stärker abgebaut. Längst leben wir im Überwachungsstaat und das macht mir Sorge. Bürger, die Veränderungen einfordern werden oft kriminalisiert. Ich hoffe sehr, dass dieses Kalkül nicht aufgehen wird.
Wir brauchen eine neue Bürgerrechtsbewegung und wir sehen wahrscheinlich gerade den Anfang davon. Die Bürger mischen sich wieder stärker ein, stehen für ihre Rechte ein und tragen ihre Meinung immer stärker auf die Straße - eine sehr ermutigende Entwicklung.

Es war immer mein Traum Journalist zu sein und ein wenig habe ich mir diesen Traum mit diesem Blog verwirklicht und ich habe gelernt meine eigenen Überzeugungen immer wieder auf die Probe zu stellen, zu revidieren und zu neuen Überzeugungen zu gelangen. Wichtig ist vor allem, nie eine kritische Distanz zu verlieren - das mag mir nicht immer geglückt sein, doch ich habe mich sehr bemüht. Unsere schnellebige Welt voller Information zu bewerten, ist eine wichtige Aufgabe. Doch ich habe auch lernen dürfen, dass klassischer Journalismus und die Bloggersezene keine Gegensätze sein müssen. Die Blogs, in denen ich auf gelungene Artikel aus den klassischen Medien verweisen konnte, waren mir die liebsten. Und es hat mir viel Freude gemacht diese Artikel zu lesen. Ich denke es ist an der Zeit, das Beste aus beiden Welten miteinander zu verknüpfen, anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen. Sowohl hier wie da gibt es guten und schlechten Journalismus.

Was ich mir sehr wünsche ist, dass der Scheinwerfer weiterbesteht - ich hoffe, dass andere Autoren nun in die Bresche springen werden, um das Projekt weiterzuführen. Schließlich war ja auch der Anspruch dieses Gemeinschaftsprojekts, möglichst unterschiedlichen Meinungen Gehör zu finden.
Wenn Du Lust hast hier Blogs zu veröffentlichen - nur Mut - Mail genügt...

Mein Respekt gilt den Menschen, die noch immer in den Camps ausharren und damit ein Zeichen setzen, dass sie entschlossen sind für eine gerechtere Welt einzustehen. Und mein besonderer Dank gilt allen, die sich in Staaten mit autoritäten Regimen trauen, ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen und sich zu versammeln - ungeachtet von drohenden Repressalien, von Folter, Gefangennahme und Tod.
Besonders gedenke ich den Revolutionären in Ägypten und Syrien und all denen, die für ihre Überzeugung gestorben sind. Ohne euren Mut hätte ich viel weniger Hoffnung. Ich verneige mich vor Euch.

Euch Lesern wünsche ich Mut, kritisch zu denken, sich für die eigenen Überzeugungen zu engagieren und den Gedanken von einer anderen, einer besseren Welt weiterzutragen. Alles was passieren wird fällt und steht mit uns allen. Mit den besten Grüssen, Euer

Oleander a.k.a. Mr. Coconutyoga

Freitag, 20. Januar 2012

Demokratieabbau, Zensur und Rassismus


Zeit, um einmal die Entwicklungen des neuen Jahres zu beleuchten. Einiges liegt mir nun schon seit einiger Zeit auf der Seele und so möchte ich verschiedene Links vorstellen und einige grundlegende Kommentierungen vornehmen.

Bereits in der Neujahrsnacht spielten sich zwei Vorgänge ab, deren Relevanz man sich unbedingt vor Augen halten muss. Zum einen unterzeichnete Obama den "National Defense Authorization Act" (NDAA). Zuvor hatte Obama noch angekündigt, gegen diese Gesetzesinitiative sein Veto einzulegen. Doch einmal mehr muss man bitter enttäuscht ob der Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit der Politik Obamas. Seine große Chance, die USA grundlegend zu verändern, hat er jedenfalls früh verspielt.

Bereits der „Patriot Act“, der kurz nach dem 11. September 2001 von der Bush-Regierung erlassen wurde, ermöglichte die Überwachung von Telefongesprächen und des E-Mail-Verkehrs. Auch die Einsicht in Bankkonten oder medizinische Daten wurde erleichtert. Internetprovider konnten von da an zur Offenlegung ihrer Daten gezwungen werden konnten. In Guantanamo konnten Terrorverdächtige ohne Verfarenseröffnungfestgehalten werden.

Das neue Gesetz geht noch weiter. In Zukunft kann die US-Regierung Terrorverdächtige ohne Gerichtsverfahren festsetzen, das US-Militär kann weitere Gefangenenlager im In- wie im Ausland errichten (die es ja bekanntlich längst gibt) und Terrorverdächtige in den USA und im Ausland festnehmen, verhören und ohne zeitliche Beschränkung festhalten. Dabei steht den Verdächtigen kein gesetzlicher Verteidiger zu und es muss nicht einmal eine offizielle Anklage gegen den Verdächtigen erhoben worden sein.
Das öffnet Willkür Tür und Tor.

Weitere Informationen zu diesem Thema:
International Buisiness Times: Obama unterschreibt den NDAA

Ein Gastkommentar von Philipp Guttmann findet sich auf:
Jacob Jung Politikblog: NDAA - Grundstein für Militärdiktatur in den USA

In derselben Nacht gab es auch eine sehr bedenkliche Entwicklung ganz in unserer Nähe - in Ungarn. Bereits seit seiner Wahl arbeitet der Präsident Orban an einem kompletten Umbau Ungarns. Dabei wird die Presse- und Meinungsfreiheit beschnitten und die Verfassung schrittweise verändert, was Orban immer größere Macht beschert und seine Abwahl unmöglich machen soll. Oppositionelle werden verfolgt, der Rechtsstaat ausgehebelt, rassistische Parolen verbreitet und die Meinungs- und Pressefreiheit und die Mündigkeit der Bürger mit Füßen getreten. Und es geschieht direkt vor unserer Haustür. Die EU brauchte Monate um das Thema den notwendigen Raum zu geben und die ungarische Regierung in die Pflicht zu nehmen, zu Rechtsstaatlichkeit zurück zu kehren.

Die Verfassungsreform schränkt die Unabhängigkeit der Zentralbank massiv ein. Die Politik entsendet ihre Vertreter und so vermischen sich die Interessen von Politik und Finanzwirtschaft noch weiter. Ähnliches ist bereits mit der Presse geschehen. Als unabhängiger Journalist lebt es sich inzwischen gefährlich.
Zehntausende sind gegen die Verfassungsreform auf die Straße gegangen und am 15. März, dem Nationalfeiertag, war von der Opposition eine Massendemonstration in Budapest gegen die Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit geplant. Doch die Regierung hat alle Plätze in der Stadt selbst für Versammlungen angemeldet, so dass die Demonstration, die Hundertausende anziehen könnte, bereits im Keim erstickt wird. Es existieren sogar Pläne des Justizministeriums die öffentlichen Plätze in der Stadt dauerhaft für eigene Kundgebungen zu reservieren.

Inzwischen handelt die EU endlich und knüpft finanzielle Unterstützung der angeschlagenen Wirtschaft an die Einhaltung von rechtsstaatlichen Prinzipien. Viel zu spät, aber immerhin. Nun muss sich Orban bewegen, will er nicht gänzlich seinen Halt in der Bevölkerung verlieren. Ein Artikel dazu:
welt.de: EU-Kommission leitet Verfahren gegen Ungarn ein

Wer sich näher informieren möchte sein auf den deutschsprachigen Blog „pusztaranger" verwiesen. Trotz ständiger Drohungen findet der Autor den Mut findet, seine Stimme stellvertretend für die Ungarn zu erheben. Ein mutiges und beispielhaftes Engagement:
http://pusztaranger.wordpress.com/

Auch der Rechtsrutsch ist besorgniserregend und das Problem ist längst nicht nur auf Ungarn beschränkt. Massive Ressentiments gegen Juden und Sinti und Roma und regionale Konflikte zwischen Minderheiten gibt es in nahezu allen südosteuropäischen Ländern. Dabei müsste doch der schreckliche Jugoslawienkrieg doch noch lange in den Köpfen der Menschen an die Folgen dieses Wahns erinnern! Doch die Nationalisten erleben eine Renaissance in der Krise. Wer mit dem Rücken zur Wand steht, war schon immer empfänglich für Bauernfängerei – vor allem dann, wenn sich keine echte politische Alternative abzeichnet.
Zu dieser Besorgnis erregenden Entwicklung in Südosteuropa geht dieser Artikel ein:
spiegel.de: Europas Osten rückt nach rechts

Natürlich ist die Gefahr längst nicht auf Südosteuropa beschränkt. Man denke an die Rechten in Österreich. Auch in Frankreich und Italien gibt es Verfolgungen von Sinti und Roma, starke fschistische Gruppierungen oder gar Parteien und rassistische Sprüche sind auch den "Staatsmännern" Berlusconi und Sarkozy nicht fremd. Berlusconi ist ja inzwischen endlich weg vom Fenster, aber wie konnte er es nur schaffen, dreimal gewählt zu werden? Auch hier waren die Verflechtungen seines Medienimperiums, von Mafia, Politik und Justiz erschreckend.
In Holland, Belgien, Polen und Russland gibt es starke rechtsradikale Lager und auch in Skandinavien grassiert der Virus. Auch hierzulande gilt es die Augen offen zu halten und Rassismus entschieden entgegen zu treten.Man braucht sich nur ansehen, welchen Zulauf rechtsradikales Gedankengut in strukturschwachen Regionen erfährt! Hier braucht es dringend Alternativen für die jungen Menschen. Der Staat darf niemals vor Rechtsradikalismus kapitulieren!

Immer wieder höre ich auch die dümmliche Plapperei von der Weltverschwörung der US-Amerikaner und der Zionisten. Das ist für mich absolut unerträglich. So falsch die israelische Politik an sich sein mag; nichts rechtfertigt solche rassistischen Ausfälle. Gerade wir haben eine Verantwortung solchen Gedankengut entgegen zu treten!
Doch es ist frappierend, wie stark wir noch immer von Vorurteilen geprägt sind. In Diskussionen über Afrika, bekomme ich manchmal Gedankengut zu hören, bei dem mir einfach nur schlecht wird. Das Bild vom „faulen und abhängigen Neger“ wurde zu Kolonialzeiten geprägt und steckt noch immer in zu vielen Köpfen.
Wir müssen dringend diese Ressentiments überwinden, sonst finden wir keine Lösungen für eine globalisierte Welt!!!

In den letzten Tagen wurden die geplanten Internetsperren in den USA heftig diskutiert – völlig zu Recht. Schließlich stehen die meisten Server des WWW in den USA und wir wären von den Auswirkungen dieser Gesetze deutlich betroffen. Vor allem wird Zensur Tür und Tor geöffnet. Doch wir müssen uns das Medium Internet in seiner jetzigen Form unbedingt erhalten. Nur so hat der Gedanke von Schwarmintelligenz, Basisdemokratie und Transparenz eine Zukunft. Eine Zensur auch der Gegenöffentlickeit massiv schaden, da Regressansprüche wegen Nichtigkeiten viel leichter durchzusetzen wären. Auf FB kann man ja bereits mitunter Zensur erleben – so ging es mir vor kurzem als ich den Essay „Revolutionäre Gedanken“ von Heinz Sauren auf FB verlinkte. Am nächsten Tag waren alle Links weg und ließen sich auch nicht erneuern.
Wir hatten bereits vor einigen Monaten über die Zukunft des Internets und seiner Freiheit diskutiert, daher möchte ich auf den Artikel von damals verweisen:

Der Scheinwerfer: Die Zukunft unseres Internets

Hin zu dem Thema, das in den letzten Monaten am kontroversesten diskutiert hat: dem Finanzsektor. Hat sich irgendetwas verändert? - Fehlanzeige! Und das ist ein Skandal! Nicht einmal eine Transaktionssteuer wurde erreicht...
Stattdessen wird uns suggeriert, es sei alles wieder in Ordnung; dabei ist die Gefahr riesengroß, dass wir uns in Europa in eine Rezzension bewegen und bald eine Inflation erleben werden. Die Gelddruckerei wird nicht ohne Folgen bleiben. Für die USA sehe ich dabei noch schwärzer. Hoffentlich wird dann endlich ein Neuanfang gewagt. Denn eine erneute Blase mit (Bau)-Boom und Absturz wird unser Planet vielleicht gar nicht mehr ökologisch verkraften können. Es benötigt eine völlig andere und schonende Nutzung unserer endlichen Ressourcen und dem Einsatz neuer Technologien zur Energiegewinnung.

Aberwitzig auch was dieser Tage zu lesen war: Hedgefonds wollen Menschenrecht auf Profit einklagen, sollte es für Griechenland zu einem Schuldenschnitt kommen. Mir kommen gleich die Tränen. Am liebsten würde ich den Akteuren eine tüchtige Abreibung verpassen. Die haben doch jegliche Menschlichkeit verloren.
Mehr will ich dazu gar nicht sagen. Die Absurdität dieser Zeit ist kaum zu toppen. Vielleicht sollten diese Zyniker auf Kabarett umsatteln...
Hedgefonds fordern Menschenrecht auf Gewinn

Hier noch ein ernster Artikel zur Lage der Dinge im Finanzsektor:
diepresse.com: Geldsystem - das Endspiel nimmt Form an

Exemplarisch daraus die letzten Zeilen:

"Die möglichen Folgen sind nicht abzuschätzen. Denn die dritte Regel der Notenbanken wird selten bedacht: Irgendwann kannst du keine Zeit mehr kaufen, egal, wie viel Geld du druckst."

Ich werde nun da enden, wo meine kleine Reise ihren Anfang genommen hat: in den USA.
Am 17. Januar kam es erneut zu einer sehr gelungenen Aktion: „Occupy Congress“
Man sieht auf dem folgenden Video sehr deutlich, wie stark die Occupy-Bewegung in den USA ist – trotz des miesen Wetters. Das macht Hoffnung. 




Auch hier wird die Bewegung wieder anwachsen - spätestens, wenn die Lebensumstände hier für mehr Menschen schlechter werden. Doch warum muss es nur immer erst so weit kommen?
Ich bin besorgt über den Zustand der Welt, aber nicht hoffnungslos. Die beispiellose Krise, die wir zweifellos in den nächsten Jahren erleben werden, bietet auch die Chance für ein Umdenken; ein Gesundschrumpfen unserer Lebensverhältnisse hin zu einer neuen Nachhaltigkeit. Darin liegt ohnehin unsere einzige Zukunftschancen. Wenn es also krachen muss, dann wird es krachen. Solange kann ein jeder versuchen durch seinen Einsatz den Knall abzumildern, auf dass nicht zuviele unschuldige Menschen darunter leiden werden. Wir müssen für unsere Bürgerrechte kämpfen; erst dann wird man uns ernst nehmen!

Donnerstag, 19. Januar 2012

2012: Time for Change


Heute möchte ich eine sehr lohnende Dokumentation zum Jahr 2012 und dem Thema des globalen Bewusstseinswandel vorstellen. Einerseits wird noch einmal sehr deutlich dargestellt, wie ernst die Situation ist, in die wir uns gebracht haben durch unsere Missachtung der Natur.

Gleichzeitig macht der Film aber auch viel Hoffnung und erinnert uns an unsere eigenen Verantwortung und zeigt viele Möglichkeiten auf, sich für eine neue Nachhaltigkeit zu engagieren.

Es lohnt sich absolut, sich den ganzen Film in einem ruhigen Moment anzusehen! Er beeinhaltet alle wesentlichen Themen unseres Lebens und erzeugt so eine vollständige Abbild der Zeit, in der wir leben.

Passt auch zu dem Thema des Erwachens, dem ich mich zuletzt zugewendet habe. Es passieren aktuell auch viele Dinge, denen ich mich kritisch zuwenden möchte. Doch ich versuche nun erstmal das umzusetzen, was ich mir vorgenommen habe: Hoffnung zu finden und Lösungsansätze für eine andere Welt zu erkennen.
Hierfür erscheint mir diese Dokumentation mit ihren vielen bereichernde Gedanken ideal!

Wer danach noch weiteren Bedarf hat, seine Überzeugungen weiter auf die Probe zu stellen, sei auf ein Essay von Heinz Sauren verwiesen, dessen Essay "Revolutionäre Gedanken" erst kürzlich hier zu lesen war. Diesmal widmet er sich ähnlich gekonnt dem Thema Zeit:


Doch zunächst zum Film. Viel Freude beim ansehen!





Mittwoch, 18. Januar 2012

Frontal21: Wie wollen wir sterben?

Nachdem ich mal wieder dazu genötigt wurde (nicht böse gemeint), mich hier zu verewigen, versuche ich es mit einem Bericht in der gestrigen Ausstrahlung von "Frontal21". Ich schätze diese Sendung eigentlich sehr. Zuallererst der Link zum gestrigen "Frontal21"-Beitrag

Daraufhin musste ich ein paar Worte an die "Frontal21"-Redaktion loswerden:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war kurz davor, im Betreff genannten Beitrag in Ihrer letzten Sendung richtig gut zu finden.
Dennoch zerstören Sie die (eventuelle) Botschaft des Berichts mutwillig:

Anfangs wird noch darüber diskutiert, ob es sinnvoll ist, das Leiden offensichtlich sterbender Menschen zu verlängern. Hier auch die Kosten zu erwähnen, halte ich nicht für moralisch verwerflich.

Was hat aber das alte Mißfelder-Beispiel mit dem Hüftgelenk für 85-Jährige in diesem Bericht zu suchen? Ich als 29-Jähriger gestehe jedem Menschen, egal welchen Alters, jede erdenkliche medinzinische Behandlung (sofern sie anderen nicht schadet) zu, wenn sie ein erfülltes und würdevolles Leben ermöglichen. Dies ist meiner Meinung nach auch bei künstlichen Hüftgelenken für 85-Jährige der Fall. Mir erschließt sich in keiner Weise, inwiefern ein künstliches Hüftgelenk den Sterbeprozess eines alten Menschen verlängern soll.

Frontal21 begibt sich mit dem Bericht meiner Meinung nach auf dünnes Eis und vermischt zwei völlig konträre Standpunkte, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite die ethisch hochsensible Frage, wann eine Verlängerung des Lebens (bzw. Leidens!) noch Sinn macht. Auf der anderen Seite der plumpe sozialdarwinistische Versuch der Neoliberalen, Schwächeren aus Kostengründen ein würdevolles Leben bzw. Altern zu verwehren.

So eine Berichterstattung bin ich von Frontal21 nicht gewohnt und ich war einigermaßen erstaunt. Trotzdem habe ich den Bericht innerlich in die Schublade "unglücklich" abgelegt. Aber nur mit sehr, sehr gutem Willen.

Es ist außerdem mitnichten so, dass allein die Existenz der Alten und Schwachen die Krankenkassen belasten. Wir alle wissen doch, dass das zweigeteilte Gesundheitssystem (Privat/Öffentlich) die Hauptursache ist und dass eine echte Solidargemeinschaft sehr wohl noch einiges mehr aushalten könnte.
Die in Ihrem Beitrag gezeigten Berechnungen von Prof. Fleßa stützen das Hüftgelenkbeispiel meiner Meinung nach ebenfalls nicht. Herr Fleßa macht deutlich, dass die größten Kosten im letzten Lebensjahr eines Menschen anfallen. Dies unterstützt den Schluß, dass es sich hier oftmals um sinnlose lebens- und leidensverlängernde Maßnahmen handelt. Ein künstliches Hüftgelenk o.ä. kann auch über 85-Jährigen jedoch noch viele beschwerdefreie und erfüllende Lebensjahre bringen. Eine bei Nichtbehandlung folgende körperliche Behinderung hingegen würde für die Betroffenen deutlich schneller in die Sackgasse unselbständiges Leben (und Sterben) führen, womit wir wieder beim ursprünglichen Ausgangspunkt des gesendeten Beitrags wären. Ich hoffe, Sie erkennen den Widerspruch.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus Schunk
70191 Stuttgart"

Dienstag, 17. Januar 2012

Über das Aufwachen


„Vielleicht kann ich alles, was ich wissen möchte, in mir selbst finden. Manchmal gelingt es mir. 
Viel häufiger aber verwerfe ich Impulse, die mich leiten oder auf etwas hinweisen wollen. 
Ich nehme mich nicht ernst. Ich will lernen, meinen Impulsen wieder zu vertrauen.

Solange ich denken kann, bin ich mir einer eigenen Wahrheit bewusst gewesen. 
Dieses Wissen muss unglaublich hartnäckig oder lebendig sein, hat es mich doch immer wieder dazu gebracht, aufzustehen und weiterzugehen, obwohl ich es den längeren Teil meines Lebens verleugnet habe, was in Zwänge und Abhängigkeiten führte. 

Ich kann mich gut daran erinnern, wie meine Wahrheit sich ursprünglich angefühlt hat: 
weit, pulsierend, sicher, weise, neugierig – sie war Vertrauen, Vertrauen in das eigene Dasein. Nur gab es kaum jemanden, der meine Wahrheit mit mir teilen wollte."

 Milda Drücke: Ratu Pedanda
 
 
Seit 8 Monaten schreibe ich nun für den Scheinwerfer. Zeit für eine Reflektion und einen Ausblick:
In nächster Zeit möchte ich meine Tätigkeit für diesen Blog einschränken und hoffe sehr, dass dann die anderen Autoren in die Bresche springen können. Darüber hinaus sind auch neue Autoren herzlich eingeladen sich mit gelegentlichen oder regelmäßigen Artikeln zu beteiligen.

Einschränken möchte ich mich aus mehreren Gründen: zum einen schreibe ich aktuell an einem Buch über meine inneren und äußeren Reisen, das viele Schnittstellen zu meiner Tätigkeit als Blogger aufweist. Denn auch in diesem Buch schreibe ich über eine Suche nach Essenz und nach einem anderen Leben, über Gesellschaft, Politik, Wut und Verzweiflung, Hoffnung und Glück und einer Suche nach innerer Heimat. Beides ist schwer voneinander zu trennen und ich möchte mich in den nächsten zwei Wochen intensiv dem Buch widmen.

Zum zweiten ist das Recherchieren von immer neuen Quellen eine sehr intensive Arbeit. Man liest abertausende von Artikeln, schaut sich Videos an, vernetzt sich, kommentiert, versucht einzuordnen und zu bewerten, um schließlich das Wesentliche zu Blogeinträgen zusammenzufassen. Dieses Filtern von wesentlichen Informationen aus einer Masse von Banalem kostet Kraft. Außerdem muss man fast ein wenig abstumpfen, um all die wichtigen aber oft auch niederschmetternden Nachrichten zu verarbeiten. Man kriegt einen Blick dafür, Informationen immer schneller einschätzen zu können. Doch die Empathie bleibt dabei oft auf der Strecke. Würde ich all die Fehlentwicklungen mit all ihren schrecklichen Folgen für die Betroffenen an mich heranlassen, würde ich wohl durchdrehen. Aber auch so merke ich, wie all das in mir arbeitet.

Ich möchte wieder mehr spüren und mich auch wieder stärker positiven Entwicklungen zuwenden – den Nachrichten, die Hoffnung machen. So wichtig es ist auf Missstände aufmerksam zu machen, um andere aufzurütteln und zu sensibilisieren – das kann nicht alles sein. Schließlich möchte ich auch viel mehr darüber lernen, welche Alternativen zu dem bestehenden System existieren. Denn das wird vor allem gefragt sein, um Menschen zu zeigen, dass der Kapitalismus in seiner jetzigen Form eben alles andere als „alternativlos“ ist und Konsum und Wohlstand nicht automatisch glücklich machen.  Sondern viel mehr eine Gemeinschaft, die geprägt ist von Solidarität und Brüderlichkeit.

Nach einem Besuch bei „Occupy Frankfurt“ im letzten Oktober habe ich erst vorgestern im Rahmen des Weltaktionstages einige Stunden im Camp von „Occupy Hamburg“ verbringen dürfen. Und mir einmal mehr die Frage gestellt, ob mein Platz nicht dort sein müsste. Um sich zu zeigen, Durchhaltevermögen und Kreativität zu beweisen und noch stärker dazu beizutragen, einen möglichen Wandel im Bewusstsein der Menschen zu verankern. Um zu lernen. Vielleicht noch mehr: selbst der Wandel zu sein. Das zu leben, wovon man immer spricht.

Denn Veränderungen vollziehen sich erst, wenn sich der Wandel in vielen einzelnen Menschen vollzogen hat. Erst dann erreichen wir eine kritische Masse, die tatsächlich in der Lage sein wird, Veränderungen einzufordern und einen anderen Umgang miteinander vorzuleben. Eben nicht geprägt von Konkurrenzdenken, sondern von der Überzeugung, dass wir alle letztlich eins sind.

Dass wir alle dieselbe Gier, Angst und Wut in uns selbst tragen, die wir im „Außen“ erleben und die uns so empört. Wenn wir endlich erwachen und aus Überzeugung das tun, was wir als richtig erkannt haben, tragen wir noch immer diese Persönlichkeitsteile in uns – doch wir können lernen, sie zu akzeptieren, zu erkennen woher sie rühren und das sie auch ihre Berechtigung haben – erst dann wird der Weg frei, um der zu sein, der wir wirklich sind. Dann unterliegen wir auch nicht mehr den allgegenwärtigen Suggestionen, dass nur Sicherheit und Wohlstand befreien. Das Gegenteil ist der Fall. Oft beschweren sie und verführen uns dazu, uns abzugrenzen gegen Andere.

Sicherheit ist nur eine Illusion und es kostet viel Energie sich das einzugestehen und die Unsicherheit auszuhalten, bevor wie wieder zu unserer Intuition zurückfinden, die uns den richtigen Pfad weisen kann. Zu der Erkenntnis, dass wir jeden Moment wirklich leben können und die richtigen Entscheidungen treffen, ohne groß zu planen und uns von Angst leiten zu lassen. In diesem Zustand wird Zeit relativ. Die Vergangenheit hört auf uns zu schmerzen und Zukunftsängste sind nur Konstrukt unseres Verstandes – der ein Werkzeug sein sollte und nicht unser Leben dominieren. Doch so sind wir geprägt und es kostet viel Arbeit und Rückschläge um zu erkennen, dass wir uns in einem „Gedankengefängnis“ befinden und die richtigen Antworten in unserem Herzen schlummern.

Ich schreibe das alles nicht als einer, der wirklich erwacht ist. Ich habe noch einen weiten Weg zurückzulegen, um das was ich als richtig erkannt habe, auch wirklich umzusetzen. Doch die Erkenntnis ist bereits ein wichtiger Schritt. Ich möchte nun weiter gehen und beginnen wirklich zu leben. Einen vernünftigen Konsum zu erlernen, mich selbst zu öffnen und Wut, Angst und mein Ego hinter mir zu lassen. Erst dann werde ich so frei sein, wie ich mir das schon lange wünsche.

Gut möglich, dass ich in Kürze noch einmal nach Indien aufbrechen werde – ein Land in dem es mir viel leichter fiel, der zu sein, der ich bin. Doch die eigentliche Reise findet im Innern statt.

In den wenigen Stunden im Camp war ich von Frieden erfüllt. Seit langem gelang es mir mal wieder wirklich zuzuhören. Die Gemeinschaft von den Menschen um mich herum war alles, was ich in diesem Moment brauchte. Es bedurfte nicht vieler Worte, um sich bewusst zu machen, dass uns alles etwas verband – und das war nicht Zorn, sondern Hoffnung und Liebe.

Die Zahl der Menschen, die aufwachen und erkennen, dass sie ein anderes Leben führen wollen, steigt stetig. Die Evolution schreitet voran. Und das macht mir Hoffnung. Mag sein, dass es noch seine Zeit brauchen wird, bevor sich grundlegende Veränderungen vollzogen haben – doch viel wahrscheinlicher ist, dass wir uns mitten in einem Umbruch befinden.

Im Frühjahr wird sich zeigen, wie weit diese Anstrengungen inzwischen gediehen sind. Bis dahin ist es an uns allen, mit Bekannten und Fremden darüber zu reden, wie eine andere Welt aussehen kann und was es dazu bedarf. Natürlich muss man trotzdem dort hinschauen, wo Menschen leiden. Und beginnen, für sie einzustehen – im Kleinen wie im Großen. Denn wir alle verursachen Leiden – wenn wir das erkennen, können wir damit beginnen uns zu hinterfragen und uns zu verändern.

Den meisten Menschen ist tief im Innern bewusst, dass wir so nicht weitermachen können und das wir in der Lage sind, ein anderes, bewussteres Leben zu führen. Der Weg ist Selbstreflektion. Ein jeder von uns, beeinflusst seine Umgebung. Lasst uns also alle die Angst ablegen und uns öffnen.
Dann können wir erkennen, dass wir keinesfalls allein sind! Sondern untrennbar miteinander verbunden. Und dass wir uns gegenseitig Halt geben können, bis wir aufrecht stehen.

In diesem Sinne: nehmt Euch einmal Zeit über euer Leben nachzudenken und fangt damit an, mit euren Freunden und Bekannten darüber zu reden. Rückschläge werden kommen, doch sie sind es wert durchgestanden zu werden. Denn was wir auf dieser inneren Reise finden können, ist mehr als wir uns zu wünschen trauen: ein bewusstes, freies Leben und Zugang zu unserem Herzen, das die richtigen Antworten kennt.

Danke, dass ihr da seid!!!

Donnerstag, 12. Januar 2012

Weltweiter Aktionstag am 15. Januar




Am 15. Oktober 2011 war der letzte große Aktionstag der weltweiten Bewegung, die echte Demokratie und eine neue From der Gerechtigkeit einfordert. Über eine Million Menschen gingen auf die Straßen. Ob in den USA, Kanada, Australien, Hongkong, Chile, Japan, Israel, der arabischen Welt oder bei ins in Europa.
In Deutschland waren 40.000 auf der Straße und in Südeuropa noch wesentlich mehr. Alleine in Rom gingen 100.000 Menschen auf die Straße; auch in Lissabon, Madrid, Athen oder Barcelona waren die öffentlichen Plätze überfüllt von Menschen, die - anders als sonst - nicht irgendeiner Parole folgten, sondern individuell ihre Unzufriedenheit und ihre Empörung zum Ausdruck zu bringen. So waren die Proteste bunt und vielfältig.

Am kommenden Sonntag, dem 15. Januar steht der nächste Aktionstag vor der Tür. Es wird sich zeigen, wie weit die weltweite Vernetzung inzwischen fortgeschritten ist und in wie weit es gelungen ist, mehr Menschen davon zu überzeugen, dass wir in einen Dialog eintreten müssen, um grundlegend neu zu verhandeln, wie wir in Zukunft miteinander leben wollen. Noch zugespitzter: welche Lebensweise überhaupt noch eine Zukunft hat.

Nun ist es an uns allen, den Protest erneut von der digitalen Ebene auf die Straßen zu tragen. Und um denen, die bei schwersten Bedingungen noch immer in Camps in der Kälte ausharren, weil sie überzeugt sind, wie wichtig ihre Anliegen für uns alle sind.

Wer sich beteiligen will, findet fast immer in der unmittelbaren Umgebung Kundgebungen, denen man sich spontan anschließen kann. Lasst uns zeigen, wie ernst uns unsere persönlichen Anliegen sind!!!

Dienstag, 10. Januar 2012

Revolutionäre Gedanken


Eine brilliante Analyse zur Situation in Europa und eine treffende Beschreibung, was eine Revolution tatsächlich ist. Der Tenor dieses Blogs von Heinz Sauren ist, dass wir uns längst in einer europäischen Revolution befinden, da zu viele Menschen den Repräsentanten des Staates nicht mehr vertrauen. Das betrifft alle vier Gewalten: Politik, Polizei, Justiz und (Mainstream)Medien. Ich teile seine Einschätzung und auch die Folgerung, dass eine möglichst friedliche Revolution als reinigendes Gewitter notwendig ist und vor allem der Umgang der Gewalten mit diesen Protesten entscheidend sein werden, ob sich die Proteste weiter zuspitzen werden oder ob sie Gehör finden und schrittweise zu Veränderungen führen.
Im Moment sehe ich eine Kumination von Ignoranz auf der einen und Empörung auf der anderen Seite.

Hier der gesamte Blog; aufgrund seiner Prägnanz ungekürzt:


"Vierzig Jahre ist es her, seitdem das Unwort der Politik von den Straßen verschwunden ist. Jene 68er, die damals ihre Wut und ihre Forderung nach Veränderung dieses Systems, laut skandierend über die Straßen und Plätze trugen, haben es sich in der einstmals so verhassten Gesellschaft bequem gemacht. Ihr Ruf nach der Weltrevolution ist verstummt und ihr längst vergangenes Aufbegehren, wurde zu einem selbst beruhigenden Teil der Vita, der ehemaligen Revolutionäre. Fast hätte man glauben können, dass die in ihren Zielen missglückte Revolution der ausgehenden 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die Behauptung einer Utopie unter Beweis gestellt hatte und somit eine nicht wiederholbare Episode der Geschichte war.

So ist es auch nicht verwunderlich, das die politischen Eliten Europas, auf die Revolutionen Nordafrikas in gewohnter Manier reagierten. Aus dem selbstverständlichen Empfinden heraus, gegen diesen Virus resistent zu sein, verfolgten sie eine Politik, die einzig darauf gerichtet war, in den Krisengebieten baldmöglichste Ruhe einkehren zu lassen und jene zu unterstützen die am wenigsten vermuten lassen, bestehende diplomatische und wirtschaftliche Interessen zu gefährden. Veränderungen wurde zwar medial wirksam begrüßt, doch hinter den Kulissen, wurde beständig daran gearbeitet den Status Quo nicht zu gefährden. Jahrzehnte lang wurden die übelsten Despoten hofiert, solange sie für unser eigenes System von Nutzen waren. Aus dieser Logik ist es konsequent, wenn die Nordafrikanischen Revolutionen nur dann durch die Staaten der westlichen Welt Unterstützung erfahren, wenn offensichtlich wird, dass die alten Machthaber sich nicht werden halten können. Die westlichen Demokratien hängen ihre Fahnen in den Wind und unterstützen Veränderung der Machtverhältnisse nur dann, wenn die eigenen zumeist wirtschaftlichen Interessen nicht gefährdet werden. Die öffentliche Darstellung der Regierungen, das freiheitliche Aufbegehren unterdrückter Völker zu unterstützen, dient der innenpolitischen Vernebelung der eigenen Interessen und kann zynischer kaum sein

Den Regierungen und Repräsentanten der westlichen Demokratien, scheint in bemerkenswerter Weise das politische Feingefühl für gesellschaftliche Entwicklungen abhanden gekommen zu sein und vor allem dafür, wie diese geschehen und wodurch sie getragen werden. Noch vor zehn Jahren wären Revolutionen in Nordafrika sehr weit weg gewesen und die Geschehnisse und Forderungen der Revolutionäre einer breiten Öffentlichkeit kaum und wenn, dann durch die Medien gefiltert, bekannt geworden. Heute sind die Schauplätze, wie Tunis, Kairo oder Bengasi, nur noch einen Mausklick entfernt und die Gedanken und Wünsche der Beteiligten, aber auch die aktuellen Geschehnisse, sind für jeden Interessierten in Echtzeit und ungefiltert verfügbar.

Die Jahrzehnte bewährte Politik der Regierungen, Geschehnisse in beruhigenden und gefilterten Häppchen dem Volk zu unterbreiten, mit gleichzeitiger Erklärung warum das handeln der Politik so und nicht anders richtig ist, greift ins Leere. Nachrichtenquellen die einstmals den Anspruch hatten, die Informationsquelle eines ganzen Volkes zu sein, dienen heute nur noch der Zusammenfassung und Bestätigung, jener Informationen, die bereits Stunden zuvor um den Globus kreisten. Regierungssprecher die einstmals Neuigkeiten der großen Politik verkündeten, geben heute Statements zur Haltung der Regierung zu Themen, zu der sich fast jeder bereits eine Meinung gebildet hat.

Es ist zwar davon auszugehen das auch unsere Politiker, das Potential des Internets einschätzen können, es scheint ihnen jedoch nicht möglich, ihren etablierten und überholten Regierungsapparat in der Geschwindigkeit umzustellen, wie eine Kommunikationsgesellschaft dieses auf der Reaktionsebene erwartet. So lässt sich feststellen, dass unsere Regierungen auf die Veränderungen dieser Zeit, durch ihre systembedingte Langsamkeit, den Dingen hilflos hinterher hecheln, während eine neue Generation über soziale Netzwerke, wie Facebook und Twitter, das Heft des Handelns an sich gerissen hat.

Den Revolutionären mit Laptop, scheint nun zu gelingen, was ihren Großvätern mit Kalaschnikows nicht vergönnt war. Für den Bestand der etablierten Staatsformen, ist heute ein namenloser Blogger weit gefährlicher, als die Galionsfigur der 68er, Che Guevara es je war, da er über eine Waffe verfügt, der Regierungen in ihrer Schwerfälligkeit nichts entgegen zu setzen haben. Erschwerend kommt für so angegriffene Regierungen hinzu, dass sie den revolutionären Netzwerkern, ihr eigenes Wertesystem anerzogen hat. Während einstmals die Revolutionäre einer Ideologie folgten und somit politisch angreifbar und ausgrenzbar wurden, so sind die Revolutionäre von heute, Kinder der Leistungsgesellschaft. Sie sind weder ideologisch geschult, noch bauen sie auf utopischen Gedankenmodellen auf. Sie sind strikt Ergebnis orientiert, was für die Politik bedeutet, das wohlklingende Ankündigungen wirkungslos verpuffen und nur tatsächliche Veränderungen es vermögen, den Druck in dem Kessel der Empörung zu senken.

Der amerikanische Präsident John F. Kennedy sagte: „Wer eine friedliche Revolution verhindert, macht eine gewaltsame Revolution unausweichlich.”

Die Begründung für eine Revolution liefert immer der Staat selber, indem er die vom Volke gewünschten Veränderungen verweigert und sich somit seiner wichtigsten Aufgabe, dem Volke und seinem Willen zu dienen, entzieht. Durch diese Verweigerung seiner Verantwortung legt er diese Aufgabe in die Hand seiner Bürger. Somit können zur Bewältigung dieser Aufgaben auch nicht mehr staatliche Mittel und Reglementarien heran gezogen, oder für maßgeblich erklärt werden. Jenes was geschehen muss um zukünftig, bessere und freiheitlichere Lebensumstände zu erreichen, wird durch die Verweigerung des Staates an seinem Mitwirken daran, unter einem Regelwerk ablaufen, welches nicht mehr der Erhaltung des Staates geschuldet sein kann oder seinen ordnungspolitischen Wünschen entspricht. Eine Revolution ist die Ultima Ratio jedes Volkes gegenüber einem Reform unwilligen Staat, als sein Souverän.

Eine Revolution ist ein völkerrechtlich legitimierter Notwehrakt. In diesem Notwehrakt ist es nicht von Bedeutung welche positiven Errungenschaften ein Staat für sich verbuchen kann, sondern einzig wichtig ist welche Entscheidung der Souverän des Staates zu seiner Zukunft fällt. Der Souverän, also das Volk hat das uneingeschränkte völkerrechtlich gesicherte Recht, sich seiner Verwaltung, also dem Staat, ganz oder teilweise zu endledigen.

Revolution ist kein Gewaltakt und dient nicht der Wegnahme. Revolution ist der Prozess der Entwicklung neuer Werte zur Ablösung anachronistischer, mit dem Zwecke der Schaffung neuer Freiheiten. Kein einmaliger Akt, sondern ein unter Umständen langwieriger Prozess des Umdenkens aufgrund der Erkenntnis, dass der bisherige Weg nicht weiter möglich ist. Staatsgefährdend an diesem Umstand ist, zumindest aus der Sichtweise der etablierten Machthaber, dass sie ihre Privilegien nicht mehr historisch begründen und verteidigen können, sondern, dass sie in einem kritischen Dialog diese unter dem Aspekt der Sinnvolligkeit für gegebene soziologische, ökologische und ökonomische Umstände zur Disposition stellen müssen und, dass eine Weigerung dieses zu tun dem Volk – dem Souverän des Staates – das Recht gibt dieses auch gegen den Willen der wirtschaftlichen und politischen Eliten zu erzwingen. Somit ist jede Revolution in ihrem Wesen anarchistisch, da sie auf dem Bruch bestehender Gesetze basiert und ist ein unverrückbares Menschenrecht, zu jeder demokratischen Grundauffassung.

Revolutionen sind nicht Menschenmassen die auf Straßen und Plätzen auf begehren. Revolutionen geschehen viel früher. Sie entstehen in den Köpfen der Menschen, die aufgrund der ihnen vorliegenden Informationen ein Ungerechtigkeitsgefühl entwickeln. Wenn sie auf den Straßen zu sehen sind, ist dies nicht der Beginn einer Revolution, sondern ihr Zenith. Jede Revolution ist illegal, da sie auf die Abschaffung etablierter Werte richtet und in jedem Land per Gesetz mit Strafe belegt. Auch die friedliche Revolution in Deutschland 1989. Jeder Teilnehmer verstieß gegen bestehende Gesetzte und war nach geltendem Recht ein Verbrecher. Somit wird deutlich das der Bruch von Gesetzen im Zuge einer Revolution zwangsläufig und legitim ist.

Jede Revolution richtet sich auf die Errichtung neuer Werte. Dies ist der Umkehrschluss zu der staatlichen Definition zur Revolution, die einzig die Zerschlagung des Staates sieht. Es geht aber nicht um die Zerschlagung des Staates, diese ist nur ein Kollateralschaden, auf dem Weg zur Erreichung des Ziels, der Errichtung neuer Werte. In dem Moment in dem der Staat nicht mehr als maßgeblich angesehen wird, ist auch sein ordnungspolitisches Regelwerk, bestehend aus Verordnungen und Gesetzen nicht mehr anwendbar und es kommt zur Anarchie. Einem Begriff der von staatlicher Seite, ebenfalls entgegen seinem Sinn, mit allerlei Horrorszenarien, zu seiner Vermeidung besetzt wird.

Anarchie ist generell kein ordnungspolitisches Gesellschaftssystem oder Prinzip, sondern die bewusst gewollte Aussetzung der ordnungspolitischen Leitwerte und bezieht sich somit auf die Infragestellung und Missachtung bestehender gesetzlicher Normen zum Zwecke der Etablierung neuer Werte. Sie ist ein definierter temporärer Zustandes innerhalb eines revolutionären Prozesses, in dem bereits alte Werte nicht mehr anerkannt, aber noch keine Neuen etabliert wurden und durch die Rechtmäßigkeit der Revolution, als Struktur änderndes Prinzip eines Volkes – dem Souverän des Staates -, legitimiert. Anarchie ist weder chaotisch noch terroristisch, sondern neu regulierend und zur Überwindung anachronistischer Werte bis zu ihrem Ersatz notwendig, um eine schleichende Übernahme der abgelehnten Werte zu verhindern. Je nach Grad der Verweigerung des Staates und seines völkerrechtlich ungesetzlichen Einsatzes seines Gewaltmonopols kann es in einer anarchistischen Zeitspanne zu Gewalt, als Gegenreaktion auf das bestehende Gewaltmonopol kommen.

Gewalt ist grundsätzlich kein zu rechtfertigendes Mittel zur Erreichung von Zielen, auch nicht völkerrechtlich zugestandenen, jedoch ist im Rahmen der Notwehr legitim. Notwehr ist die Einsetzung von Gewalt, zur Abwehr eines Angriffes auf Leib, Leben oder ein Gut von besonderem Wert. Die freiheitliche Entwicklung eines Volkes ist auf jeden Fall ein solches Gut von besonderem Wert und legitimiert damit Notwehr, durch Anwendung von Gewalt, wenn kein anderes Mittel erfolgreich ist. Die Ausübung von Gewalt in einem Akt der Notwehr, heißt nicht neue Gewalt zu schaffen, da sie sich gegen bereits bestehende Gewalt, wie zum Beispiel einem Gewaltmonopol richtet.

Es ist zu Beobachten, das sich bei den aktuellen Revolutionen, auch ihre Zielrichtung verändert hat. Was früher ein Aufbegehren gegen despotische Herrscher war, kann heute jede Regierung treffen. Regierungen die sich dem Glauben hingeben, ihre vermeintlich demokratischen Strukturen, könnten als ausreichende Puffer schützen, begeben sich auf einen gefährlichen Irrweg. Die vermeintlich schützenden Strukturen zur Einflussnahme auf Regierungen sind Relikte aus einer Zeit des langsamen und wohldosierten Informationsflusses und werden von den Bevölkerungen als Reglementarien verstanden, die zum einen Zeit und Geduld brauchen, aber auch die Anliegen zerwirken. Diese Elemente die zum Schutz staatlicher Strukturen gedacht sind, wie Zeit, Geduld und die Gefahr das Anliegen in endlosen politischen Prozessen bagatellisiert werden sind jedoch gerade jene Elemente, die in revolutionären Prozessen wie Brandbeschleuniger wirken.

Der Virus der Revolution ist längst auf Europa übergesprungen. Was in Nordafrika begann, hat sich in Spanien und Griechenland etabliert. Die Bilder Hunderttausender auf öffentlichen Plätzen demonstrierender und campierender Menschen in europäischen Metropolen, sprechen eine deutliche Sprache, wobei es keinen Unterschied mehr macht ob dieses in Athen, Madrid oder Berlin geschieht. Es geschieht innerhalb der europäischen Internetgemeinde und damit im eigenen Haus. Wenn Demonstranten in Athen von der Polizei nieder geprügelt werden, empört diese Information und die damit verbundenen Auswirkungen zeitgleich die Athener Vorstadt, wie ein 2000 km entferntes, niedersächsisches Dorf. Die Themen der Empörung heben sich europäisiert.

Nationale Revolutionen sind in Europa nicht mehr denkbar. Dass das Wissen um diesen Umstand einige europäische Regierungen zu beruhigen scheint, bezeugt ihren Verlust um die Einschätzungsgabe zu den Geschehnissen. Es hat eine europäische Revolution begonnen. Unter den zur Verfügung stehenden Tatsachen lässt sich dieser Umstand nicht mehr leugnen, obwohl dieses von den etablierten Politikern, zum Zwecke der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung natürlich versucht wird.

Die europäische Revolution will kein Chaos, sie will keine Anarchie, sie fordert noch nicht einmal die Köpfe der Regierungen. Sie fordert ein Ende der wirtschaftlichen Ausbeutung und eine Herstellung einer tatsächlichen Mitbestimmung. Forderungen die nicht utopisch sind, sondern verbriefte völkerrechtliche Ansprüche und Grundlage der europäischen Gesetzgebung. Diese Revolution fordert die Einhaltung der völker- und verfassungsrechtlich garantierten Rechte und eine Endrechtung des Großkapitals.
Wie jede Revolution, trägt auch diese Revolution das Potential in sich, in einen unkontrollierbaren Massenaufstand umzuschlagen. Sollte dieses Ereignis eintreten, wird es die Regierungs- und Wirtschaftsformen hinwegfegen und Europa in eine Zeit großer Unruhen und wirtschaftlicher Not führen. Auch in diesem Szenario wäre ein Neuanfang versteckt, wenngleich auch wesentlicher schmerzvoller für die Völker Europas.

Ob die europäische Revolution einen friedlichen und für alle positiven Weg nimmt, liegt nicht in den Handlungen und Forderungen derer, die dieses Revolution vorantreiben. Diese Entscheidung liegt in den Händen weniger, die von den aktuellen Umständen unverhältnismäßig profitieren und unserer Politiker, ob sie den Mut finden über verkrustete Konventionen hinweg, mit den Revolutionären in eine ehrliche Auseinandersetzung zu gehen und ihre Entscheidungen nach pragmatischen und nicht nach ideologischen Gesichtspunkten zu treffen.

Wir, die Menschen in Europa brauchen eine Revolution. Wir brauchen sie unabhängig von den Zielen die sie trägt, um ihrer selbst willen. Eine Revolution ist geeignet verkrustete Strukturen aufzubrechen, um wieder eine Verbindung zwischen den Regierungen und der Bevölkerung herzustellen. Wie sehr wir dieses nötig haben, hat uns Stuttgart 21 gezeigt. Dort wurde offensichtlich, dass Regierung und Volk um miteinander reden zu können, einen Schlichter und Vermittler brauchen. Dieser Umstand zeigte deutlich die unüberwindbare Entfernung der Volksvertreter zu denen, die sie vertreten sollen. Wir brauchen kein Gemetzel nach dem Vorbild der französischen oder russischen Revolution, welches auch nicht zu befürchten steht, jedoch eine Revolution als reinigendes Gewitter, zur Wiederherstellung der Demokratie in ihrer gedachten Form, zum Nutzen und in Entsprechung des Willens des Volkes, auch gegen die Interessen des Großkapitals."

Quelle: heinzsauren.wordpress.com: Revolutionäre Gedanken

Montag, 9. Januar 2012

Naomi Wolf: 2012 werden sich die Proteste drastisch verschärfen


Auszüge aus der Übersetzung eines Kommentars von Naomi Wolf, die in der Welt erschienen ist. Eigentlich ein erstaunlicher Vorgang. Doch schon seit einiger Zeit lese ich immer wieder kritische Berichte von Medien, bei denen ich es nicht erwarten würde - bis hin zu Managermagazinen. Die Entwicklungen seit der arabischen Revolution scheinen auch in diesen Redaktionen einiges bewegt zu haben. Wer lieber die Originalquelle auf Englisch lesen möchte, sei aufs Ende des Blogs verwiesen. Dort findet sich auch die vollständige Übersetzung. Doch nun zu den Auszügen:

"Was hält das neue Jahr für die globale Protestwelle bereit, die 2011 ausbrach? Hat der steile Anstieg der Wut, der in Tunesien begann, in Manhattan seinen Höhepunkt erreicht? Oder dürften wir 2012 eine weitere Eskalation der Protestpolitik erleben?"

"Wir werden wohl eine deutlich größere Zentralisierung der Unterdrückung von oben erleben – und überall in der entwickelten und sich entwickelnden Welt eine Häufung von Gesetzen, die die Menschenrechte beschneiden. Zugleich freilich dürften wir eine deutliche Graswurzelreaktion erleben.
In diesem Drama zunehmend globalisierter Proteste und Unterdrückungsmaßnahmen offenbart sich ein Handlungsstrang, mit dem sich viele der Cheerleader einer neoliberalen Globalisierung nie auseinandergesetzt haben: die Macht des globalisierten Kapitals, die Autorität demokratisch gewählter Regierungen in verheerender Weise zu untergraben."

 "Überall auf der Welt ähneln sich die Gegenreaktionen auf die Proteste, was nahe legt, dass die Akteure aus dem Staats- und Unternehmenssektor dabei sind, zu lernen, wie man Abweichlertum unter Wahrung einer demokratischen Fassade am besten unterdrückt.
In Großbritannien stellt Premierminister David Cameron regelmäßig Gesetze zum Schutz der Menschenrechte in Frage; die Metropolitan Police hat die Erlaubnis eingeholt, so genannte „Baton Rounds“ – ca. 30 cm lange Gummiprojektile(...) – gegen friedliche Demonstranten einzusetzen, und ein Polizeibericht über terroristische Bedrohungen, der an „vertrauenswürdige Partner“ unter den Londoner Unternehmen verteilt wurde, enthielt Informationen über die Occupy-Proteste und verwies auf „mutmaßliche Aktivisten“."

"Nach Protesten gegen die Sparpolitik der Regierung Anfang 2011, auf die im August Ausschreitungen in mehreren Großstädten folgten, nahm die Metropolitan Police die Befugnis für sich in Anspruch, private Nutzerkonten von sozialen Medien und Smartphones zu überwachen."

"In Amerika schließlich erlaubt der vom Kongress im Dezember verabschiedete National Defense Authorization Act dem Präsidenten, das Recht auf ein faires Verfahren, das US-Bürgern bisher zustand, aufzuheben, sie unbegrenzt zu inhaftieren und der Folter zu überantworten. Die Verabschiedung ähnlicher Gesetze in Demokratien weltweit sollte niemanden überraschen."

"Noch allerdings hat dieses anscheinend koordinierte Vorgehen gegen globale Protestbewegungen nicht triumphiert – nicht einmal in China, wie die Bürger von Wukan gezeigt haben. Auch wenn das Ergebnis der Proteste der Dorfbevölkerung gegen die Beschlagnahme ihres Landes durch die Lokalregierung weiter unklar ist, zeigt der Konflikt eine neue Macht auf Graswurzelebene:
Die sozialen Medien ermöglichen effektivere, besser koordinierte Versammlungen und die rasche Verbreitung von nicht durch offizielle Medien gefilterten Nachrichten. Auch über das Internet werden Blaupausen für eine echte Demokratie verbreitet – weltweit und mit Riesentempo."

"Die überwältigende Mehrzahl will lediglich Demokratie und wirtschaftliche Selbstbestimmung.
Diese Ziele stehen im unmittelbaren Widerspruch zu den Interessen der globalen Konzerne und Regierungen, die sich daran gewöhnt haben, ohne Aufsicht durch die Bürger zu operieren. Es ist ein Konflikt, der sich 2012 drastisch verschärfen dürfte, je mehr die Ziele der Demonstranten – von Occupy Wall Street bis Occupy Moskau – an Kohärenz gewinnen.
Es steht viel auf dem Spiel."
 
Naomi Wolf ist eine politische Aktivistin und Gesellschaftskritikerin. 
Zuletzt ist als Buch von ihr erschienen: Give Me Liberty: A Handbook for American Revolutionaries. 

Quelle: welt.de: 2012 werden sich die Proteste dramatisch verschärfen 

Originalquelle in englischer Sprache: project-syndicate.org: Naomi Wolf: The Streets of 2012 

Samstag, 7. Januar 2012

Arbeitskrise und Grundeinkommen


Gerade bin ich auf eine sehr anschauliche Dokumentation zum Thema Arbeitsgesellschaft und Grundeinkommen gestoßen. Für mich ein sehr gelungenes Video, das wunderbar als Diskussionsgrundlage genutzt werden kann und dabei viele Facetten darstellt:
 



Ein kurzes Interview mit Theo Wehner, einem Professor für Arbeitspsychiologie und dem Soziologen und Philosophen Sascha Liebermann führte die Zeitredaktion. Sie widerlegen kurz und knapp die ewige Mär vom Menschen, der faul wird, wenn er nicht zum arbeiten gezwungen wird.

zeit.de: "Das bedingungslose Grundeinkommen macht nicht faul"

Auch auf dem Scheinwerfer haben wir uns schon dem Thema gewidmet. Hier gehts zum Artikel:

Der Scheinwerfer: Das Grundeinkommen

Weitere Informationen auch zum Thema Finanzierungsmodelle finden sind auch unter "Links" in der Hauptnavigation oben unter einer eigenen Rubrik.

Zum Abschluss empfehle ich noch ein wirkliches Kleinod über ein unfreiwilliges Experiment des Filmemacher Jan Peters. Nachdem seine Freundin bei einer Reise in die Südsee aus Versehen seine Brieftasche mitnimmt, bleibt ihm nichts außer einem Gruppenticket für die Frnkfurter Verkehrsbetriebe und ein voller Kühlschrank in seiner Wohnung. Anstatt sich um die Beschaffung seiner Papiere zu kümmern, beschließt er die Herausforderung anzunehmen und stürzt sich voller Ideen in zahlreiche Experimente, um sein Geld auf kreative Weise zu verdienen, bis seine Freundin wieder zurückkehrt. Dabei ist ein warmherziges Porträt entstanden, dass die Realität am äußersten Rande der Arbeitsgesellschaft gekonnt einfängt und aufzeigt, wie viele Menschen sich für eine andere Gesellschaft engagieren - viele davon ohne abgesichertes Auskommen. Immer auf der Suche nach einer Selbständigkeit mit den eigenen Talenten. Kommt mir irgendwie bekannt vor...

Derzeit im Kino zu sehen: Nichts ist besser als gar nichts

Weitere Informationen und der Trailer finden sich hier: 3sat: Nichts ist besser als gar nichts

Oder direkt zur Homepage des Films: nichts-ist-besser-als-gar-nichts.de

Mittwoch, 4. Januar 2012

Jahreswechsel


Bevor auch ich mich in den nächsten Tagen intensiv dem neuen Jahr widmen möchte, mächte ich zuvor noch einige andere Blogger, Radiomoderatoren und Kabarettisten zum vergangenen Jahr auch hier den Lesern des Scheinwerfers zugänglich machen:

Besonders beeindruckt hat mich der Jahresrückblick von Ken Jebsen. Nachdem ich immer wieder auf seinen Namen und sein Format Ken FM gestoßen bin, habe ich endlich auch etwas von ihm gehört und war begeistert von seiner Prägnanz und der Fähigkeit komplexe Inhalte einfach darzustellen:






Auch "Dorfers Donnertalk" war mir bislang unbekannt. Zu unrecht! Auch wenn einige, wenige Gags wohl nur für Österreicher verständlich sind, so ist der Großteil seines Jahresrückblicks für ganz Deutschland relevant. Ein wunderbares Kabarettprogramm mit illustren Gästen, das ebenfalls einen Blick auf das vergange Jahr wirft. Stellenweise einfach genial:




Auch der Rückblick von Django Asül im Bayrischen Fernsehen ist herrlich bissig und tiefgründig. Leider läßt sich sein zweiteiliges Programm nicht direkt verlinken. Doch nach Eingabe seines Namens  in der BR-Mediathek wird man schnell fündig.

Ein Überblick über die Ereignisse des Jahres und seiner besten Blogs bietet  Jacob Jung gewohnt kritisch und hintergründig: Jacob Jung Politikblog: Jahresrückblick 2011.

Zum Thema der Occupy-Bewegung noch eine internationale Bildersammlung auf

http://news.nationalpost.com: Best Occupy photos of 2011

und zwei kurze Video-Rückblicke der deutschen Occupy-Szene:

Occupy sagt Danke!

Occupy Frankfurt: 5 vor 12

Viel Spass beim Anschauen!

2012

Wir sind also im Jahr 2012. Man könnte es auch das Jahr der düsteren Vorhersagen nennen, ähnlich wie kurz vor dem Jahr 2000. Damals hatte man Angst das Weltweit die Computer abstürzen, das Die Welt untergeht oder sonst irgendein Globales Unheil droht.

Was ist also mit dem Jahr 2012? Sollen wir die düsteren Profezeiungen der Mayas oder der Hopi Indianer, oder wie im TV berichtet wurde auch Indische Profezeiungen als reinen Humbug abtun?

Ich persönlich glaube nicht an einen Weltuntergang, allerdings verdichten sich die Anzeichen auf einen drohenden Krieg. Es könnte vom Iran aus kommen, aber es könnte ebensogut sein das der Iran sein übliches Spiel spielt um sich Zeit zu verschaffen bis er endlich seine Atombombe hat. Ich denke das auch die Amerikaner wissen das der Iran auf Zeit spielt, denn sobald er die Atombombe hat wird die USA auf jeden fall keinen Angriff mehr wagen. Also hat die USA zwei Optionen, entweder demnächst einen Krieg starten, oder aber den Iran die Atombombe bauen lassen und somit an Einfluss im Nahen und Mittleren Osten verlieren. Allerdings währe es nicht so einfach den Iran anzugreifen, da der Iran mächtiger als der Irak ist, ausserdem könnten eine Reihe von Verbündeten hinter dem Iran stehen über die man jetzt nur Spekulieren kann.

Wie sieht es sonst auf der Welt aus?

Europa muss dieses Jahr wohl auch ein paar wichtige Entscheidungen treffen, es besteht die Möglichkeit das die EU ein neues Gesicht bekommt, ich befürchte das es zu noch größeren Streitigkeiten kommen wird, es könnte das Jahr der Entscheidung werden, ob die EU so bestehen bleibt wie wir sie kennen oder ob sie sich in verschiedenen Gruppen auflöst. Ich denke das es auch in Syrien zu einer Entscheidung kommen wird, mit Hilfe der Türkei. Da Syrien ein Nachbarland von der Türkei ist, denke ich das die Türkei schon längst eine Entscheidung getroffen hat wen sie in Syrien unterstüzt. Deswegen gehe ich davon aus das die Türkei den Frieden in Syrien diktieren wird. China wird sich weiterhin in Europa & den USA einkaufen. Wenn unser Wirtschaftssysthem standhält, könnten wir langsam Licht am ende des Tunnels erblicken, wenn es Zusammenbricht, müssen wir uns alle warm anziehen.
Aus meiner Sicht wird es ein sehr spannendes Jahr werden, ich hoffe das sich alles zum guten wendet.

Denn Katastrophen hatten wir in letzter Zeit genug.