Mittwoch, 17. August 2011

Zeit für den Wandel

Interessanter Dokumentarfilm der sich mit dem Zustand der Welt beschäftigt und welche Alternativen es gibt, um eine lebenswerte Welt zu erhalten. Wirft die Frage auf, ob wir uns vor einer weiteren Evolution des Menschen befinden. Ich würde sie sehr begrüssen, glaube es tut sich viel und hoffe inständig, dass sie schnell genug vonstatten geht!

Zeit für den Wandel

Das Hermes Prinzip

Ein Zusteller namens Peter verdient 60 Cent je Paket, im Schnitt drei Euro netto pro Stunde. Der Firmeninhaber von "Hermes" (Otto Gruppe) gehört zu der Familie mit einem Vermögen von 16,6 Milliarden US-Dollar.

Ein Skandal?

Samstag, 13. August 2011

Die oberen Plätze zählen

Sehr sehenswerter Film über Eliten in den USA. Ein seltener und intensiver Einblick. Es wird deutlich, warum die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird. Sehr gut gemachte ARTE-Dokumentation!

Die oberen Plätze zählen

Samstag, 23. Juli 2011

der Scheinwerfer ist hungrig...

Liebe Leser!

Nach einem tollen Start und einer längeren Stagnation, gibt es inzwischen wieder eine kontinuierliche Leserschaft. Herzlichen Dank dafür! Freuen würden wir uns, wenn wir noch den einen oder anderen Autor für uns gewinnen könnten und wieder mehr Diskussionen in Gang kommen. Gerne auch ältere Themen wiederbeleben. Von (kontroversen) Diskussionen lebt der Scheinwerfer schließlich. Es werden auch wieder mehr Beiträge abseits von kommentierten Links kommen.
Wer noch Ideen hat, wie wir den Blog weiterverbreiten könnten - bitte her damit!

Wir freuen uns sehr über euer Interesse!

Das Scheinwerfer-Team

Donnerstag, 21. Juli 2011

Wohin treibt unsere Welt?

Gerade noch ein sehr interessantes Interview gelesen. Es spiegelt ziemlich genau das, was auch ich denke. Bin wohl eindeutig ein Linker... So ernst sehe ich die Situation auch...der Mensch, der seine Lebensgrundlagen zerstört. Ein großes Trauerspiel! Wo ist das Umdenken der Politik und Gesellschaft? Oder muss es wirklich erst heftigst knallen? Es bewegt sich ja etwas in Teilen der Gesellschaft, aber das muss auch irgendwo hinführen...

Es wird Blut fließen

Mittwoch, 20. Juli 2011

Griechenland

Als Einstieg ein Artikel, um die Brisanz darzustellen

Griechenland droht die Massenarmut

Wir leben in schnelllebigen Zeiten. Und so erscheint Griechenland immer wieder punktuell in den Medien, wenn es mal wieder um eine drohende Staatspleite geht oder die Proteste dort einmal mehr eskalieren. Da mir Griechenland schon seit meiner Kindheit sehr am Herzen liegt, nehme ich mir das Thema auch einmal vor.
Dass in Griechenland sehr viel schief gelaufen ist, steht außer Frage. 
Wenige Familien haben über Jahre das Land regiert, sich gegenteilig bevorteilt, die Wirtschaft beherrscht und Posten untereinander verteilt. Ohne sie ging gar nichts. Ein völlig undurchschaubarer Filz ist entstanden, ein perfekter Nährboden für Korruption. Der Staatsapparat hat sich völlig unnatürlich aufgebläht, es gab jahrzehntelang zu viele Beamte und diese waren im Vergleich zur Privatwirtschaft deutlich überbezahlt (bzw. diese entsprechend unterbezahlt.)
So hat jeder sein eigenes Süppchen gekocht. Eine funktionierende Steuerbehörde gab es auch nicht, zumindest musste sich keiner Sorgen machen vor Strafverfolgungsbehörden. So wuchs auch die Schwarzarbeit in schwindelerregende Höhen. Die Einnahmen des Staates sanken immer mehr.
Zum großen Knall kam es dann letztlich, nachdem der Immobilienmarkt eingebrochen ist. Nach dem Eintritt in die EU waren in Griechenland viel günstigere Kredite zu ergattern und ein wahrer Bauboom hatte eingesetzt. Nun wurden viele Luftschlösser deutlich. Da die erhofften Wertsteigerungen der Immobilien nicht zu halten waren, mussten viele Projekte abgebrochen werden oder stürzten ihre Bauherrn in den finanziellen Bankrott. Zeitgleich brach auch noch das Containergeschäft und die Fährschifffahrt völlig ein, eine der wenigen Säulen der griechischen Ökonomie.
Der so wichtige Binnenkonsum brach ein, die Staatsverschuldung stieg in rasantem Tempo. Die Ratingagenturen gaben dem Land den Rest. Wobei deren Zeugnisse mir nur noch lächerlich anmuten. Griechenland soll im Ranking gar unter Staaten in Krisenregionen gerutscht sein. Gehts noch?
Sicher haben auch noch andere Faktoren in den Niedergang reingespielt.
Nun ist die Situation wie sie ist, wie kommt man also wieder da raus?
Dass Strukturreformen nötig sind, steht wohl außer Frage. Und natürlich muss eine funktionierende Steuerbehörde geschaffen werden. Auch wenn es vielen Griechen sicher nicht gefallen wird, aber auch der Staat muss schlanker werden.
Was aber gar nicht geht ist, was die EU und allen voran die deustche Politik von Griechenland fordert. Das massive Sparprogramm das inzwischen beschlossenen wurde,schadet nämlich nur Niedrigverdiener und dem Mittelstand. Der Konsum bricht noch weiter an, immer mehr Geschäfte müssen dicht machen, die Arbeitslosigkeit sinkt noch weiter. Das erzeigt bestimmt keine Investitionen. Da müssten im Übrigen die "Hilfspakete" hin - in sinnvolle Investitionen. Tatsächlich Werden sie jedoch zum größten Teilen bei der Schuldentilgung eingesetzt und setzen fast keinerlei positiven Impulse. Wie soll es denn unter diesen Umsänden für Griechenland vorwärts gehen? Natürlich kann ich auch verstehen, dass man ungern Schulden tilgt, aber in dieser verfahrenen Situation gibt es keine Alternative. Und mal im Ernst: Ich verdrücke keine Träne für die Schulden, die z.B. die deutsche Bank nicht wiedersieht. Schließlich haben die Entscheidungsträger dort diese Kredite geährt und hätten es eigentlich besser wissen sollen. Nun helfen wir also mit den "Hilfspaketen" im Wesentlichen wieder einmal den Banken, die munter weiter spekulieren können.
Das ist doch Wahnsinn! Kein Wunder, dass sich eine Vielzahl von Griechen verschaukelt fühlen von der EU, der deutschen und iherer eigenen Politik. Zumal es längst ums Eingemachte geht. Bei einer Jugendarbeistslosigkeit von ca. 40 % und einer allgemeinen von real über 20 % ist das doch kein Wunder. Die Perspektivlosigkeit schlägt in Wut um und bei einigen wird Hass daraus. Ich verstehe das nur zu gut.
Auch wenn die Bilder nicht neu sind, hier noch einmal Reaktionen während der Entscheidung zum Sparpaket:

Athen: Unkommentierte Bilder von Protesten

Sieht aus wie im Krieg!
Ich hoffe, das endlich vernünftig über die Problematik in Griechenland berichtet wird und diese Heuchelei, die Deutschen (bzw. die EU) würden Griechenland retten ein Ende nimmt. Die Griechen sind in der Statistik weit länger arbeitend als die Deutschen und das z.T. für Hungerlöhne. Wenn Frau Merkel sich informieren würde, würde ihr nicht so ein Dünnschiss aus dem Mund quellen, vom Südländer, der ständig Urlaub habe.
Und ich hoffe auch sehr dass viele vermögende Griechen irgendwann einsehen, dass sie eine verantwortung ihrem Volk gegenüber tragen anstatt ihr Kapital ins Ausland zu verschieben.
Dass speziell die Jungen so wütend sind, ist auch kein Wunder: schließlic sollen sie für alle Fehler vorangegangener Generationen büssen, ohne jemals über ihre Verhältniss gelebt zu haben- Schulden zahlen, die sie selbst nicht verursacht haben. Darin sehe ich auch Zusammenhänge zu den spanischen Protesten. Und ich fürchte, dass wir diese Proteste irgendwann in ganz Europa sehen werden. Ich halte einen generellen Neuanfang in der europäischen Finanzpolitik für unabdingbar, einen radikalen Schuldenschnitt und das Verbot jeglicher Neuverschuldung. Das ganze System ist doch krank. Und von Griechenland zu den U.S.A. ist der Schritt gerade auch nicht all zu gross...
Jammerschade, was in diesem Land so voller lebensfroher Menschen gerade passiert.
Auf bessere Zeiten für Griechenland!

Es mag zwar stellenweise nichts weiter sein als ein Werbevideo für Griechenland, aber bei all der Propaganda gegen Griechenland, bedarf es vielleicht dieser völlig konträren Darstellung...

That`s Greece

Charles Bukowski

Sehr sehenswerter Beitrag über Charles Bukowski, seinen Kampf mit der Welt und seine Versuche, sich zu befreien. Gänsehautfeeling...

Charles Bukowski - born into this

Dienstag, 19. Juli 2011

Fanatiker des Augenblicks

Diesen Link wollte ich Euch nicht vorenthalten. Über den Wahnwitz sich überschlagender Neuigkeiten, das Versagen unserer Filtersystem und die Gleichstellung von Banalem und wirklich Wichtigem in der allgemeinen Medienlandschaft. Da muss auch ich mich ermahnen, öfter abzuschalten...

http://www.zeit.de/2011/29/Erinnerung-an-Gegenwart

Samstag, 16. Juli 2011

"Langfristig wird die Arbeit verschwinden"

Ein interessanter Beitrag zum Wandel auf dem Arbeitsmarkt. Es wird endlich Zeit, den Fakt zu akzeptieren, dass es immer weniger Arbeit geben wird und nicht von neuer "Vollbeschäftigung" zu blubbern. Danke Herr Brüderle für diesen Nonsens. Sehr hilfreich...
Zeit, sich über andere Modelle Gedanken zu machen. Irgendwann muss es doch ein Grundeinkommen geben.
Sonst bekommt der Klassenkampf irgendwann ganz andere Ausmaße! 

STZ - Langfristig wird die Arbeit verschwinden

Freitag, 15. Juli 2011

Serdar Somuncu

In den letzten Tagen bin ich auf einen sehr interessanten Menschen gestoßen. Gar nicht so einfach, ihn einzuordnen: Er steht irgendwo zwischen Kabarettist, Provokateur und knallhartem Zyniker. Man muss ihn sicher nicht mögen, aber es ist interessant sich mit ihm auseinander zu setzen. Er ist politisch extrem unkorrekt, was zuallererst mal sehr weh tun kann, aber er tut das mit Kalkül und regt damit letzlich ein Nachdenken über Toleranz ein. Manche dieser Ansätze erklären sich erst wenn man sich das ganze Programm anschaut.
Er erzeugt dieses Lachen, das einem im Halse stecken bleibt und es passt einfach in unsere Zeit. Aber an ihm scheiden sich sicher die Geister. Zynik vom Feinsten!
Viel Freude beim Ansehen!

Serdar Somuncu: "Hassprediger - Ein demagogischer Blindtest"

Vorstellung "Sternstunde Philosophie"

Persönlichkeiten aus Politik, Natur- und Geisteswissenschaften, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft gehen Fragen des Lebenssinns nach, kommentieren aktuelle Zeitfragen und debattieren über philosophische, menschliche und gesellschaftliche Grundfragen und das Zusammenleben der Nationen und Völker. Dabei versuchen die Gesprächsleiter, drängende zivilisatorische und kulturellen Themen möglichst auf dem Hintergrund ganz alltäglicher Fragestellungen anzugehen.

Die Sternstunde Philosophie ist seit August 1994 eine wöchentliche Sendung des Schweizer Fernsehens und gilt als Ort des Nachfragens, des Gedankenaustauschs und des Disputierens über alltägliche Probleme und Fragen der Philosophie, der Ethik und der Humanität unserer Zeit.

Im Internet finden sich unzählige Videos.
Einfach mal "googlen". Ein Bsp:


China – wohin?

SF Videoportal - China – wohin? - Sternstunde Philosophie
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=01b01c07-bae5-44e5-903d-6464b95f4ebc

Dienstag, 12. Juli 2011

Denkanstöße

In letzter Zeit gab es wieder eine Menge interessanter Links!


Zuallererst ein Bericht über eine Firma, die ein ganz anderes Arbeitsmodell verfolgt und dabei sehr erfolgreich ist. Es vertraut seinen Mitarbeiter und die zahlen das Vertrauen mit hoher Arbeitsleistung zurück. Ich denke solche Firmen würde es nach einer Einführung eines Grundeinkommens noch viel mehr geben.

Das 7-Tage-Wochenende - ein anderes Arbeitsmodell

Dann ein provokativer und sehr interessanter Beitrag zur globalisierten Welt und der Entfremdung des Menschen von seiner Natur:

Irsinn - die Menschheit auf dem Zenit der Geistesgestörtheit?

Sehr gerne schaue ich mir auch den Satireblog "Lupe" aus der Schweiz an. Immer wieder finden sich hier sehr amüsante und sozialkritische Beiträge. Zum Beispiel dieser:

Wie Saudiarabien den Menschrechts-Stresstest bestand

Auch in der Blogroll in der Seitennavigation ist der Blog zu finden.


Ein sehr lesenswerter Beitrag kommt  aus dem Internetauftritt der TAZ. Über das Potential der "Wutbürger", die nach einer anderen Form der Entscheidungsfindung innerhalb einer Demokratie protestieren. Wir haben alle ein riesengroßes Potential, wenn wir zusammenarbeiten!

die europaeische revolte

Zu unserem so hochgeschätzten Sozialsystem hat die UN auch eine klare Meinung: Hartz IV reicht nicht um einen angemessenen Lebensstandard abzudecken. Die Situation in Altersheimen und Behinderteneinrichtungen sind stellenweise katastrophal, was ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen kann. Da gibt es viel zu tun!

UN zur Sozialpolitik in Deutschland 


Und auch Georg Schramm soll einmal mehr zu Wort kommen. Er erklärt brilliant die Fehlentwicklungen des Kapitalismus und die systematische Verdummung durch die Medien.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Deconstructing Foxconn

Foxconn beschäftigt in China über 900.000 Menschen. Das Unternehmen ist der weltgrößte Elektronikhersteller und stellt u.a. iPhones und iPods her. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2010 gab es eine Serie von Selbstmorden bei Foxconn. 11 Menschen starben, eine 17jährige Arbeiterin ist seit ihrem Selbstmordversuch vom Bauch abwärts gelähmt.

Deconstructing Foxconn on Vimeo.


Dienstag, 5. Juli 2011

Empire St. Pauli - von Perlenketten und Platzverweisen


Top-Locations statt Eckkneipen, Lounge Bars statt Rotlichtspelunken: "Empire St. Pauli" dokumentiert, wie die Lifestyle-Branche auf Kosten der alten Bewohner ein ganzes Viertel übernimmt - ein bitterer Agitprop-Film gegen stadtpolitischen Zynismus.

Wo bleiben die Menschen, die in den günstigen Wohnungen lebten und die in den Kneipen für 1,50 Euro ein Bier trinken konnten? Was passiert mit denen, die nicht mehr in das neue Bild passen oder sich wehren? Im Film kommen viele St. PaulianerInnen zu Wort und bilden
jenseits von Rotlicht, Kleinkriminellen und Arme-Leute-Klischee ein vielfältiges Meinungsspektrum ab.


Filmzitate:
****************************
- "Dann haben die da drüben ihren Aldi.
Warum können die nicht zu Penny gehen wie normale Leute auch?”
- „St. Paul ist jetzt so wie ich es niemals wollte!“
- „Die Leute raus – Mieten hoch – Bumm - ganz normal Kapitalismus
oder wie sagt man“

Ich habe mir diesen Film auf DVD gekauft. Eine wirklich sehenswerte Dokumentation. Schaut euch diesen Stream an und ihr erahnt schon, was euch bei einem Besuch
im "neuen" St. Pauli erwartet. Kam auch schon im Programmkino - zumindest in Hamburg.
Liebe Grüße

Montag, 4. Juli 2011

Gentrification


Wider die Gentrification

Der Begriff dürfte längst nicht jedem vertraut sein und ich habe ihn auch erst vor kurzem das erste Mal gehört. Was steckt also dahinter? Es geht um die „Aufwertung“ deutscher Innenstädte. Erst mal ist ja nichts grundlegend gegen Renovierungsarbeiten zum Werterhalt zu sagen sagen, aber es stecken viel größere Ziele dahinter.

Man möchte finanzkräftigere Investoren anziehen, man möchte eine andere Außendarstellung und vor allem möchte man andere Mieter. Die Städte sollen rundherum hübsch sein und die sozial Benachteiligten in Vororte abgedrängt werden. Die gehören einfach nicht ins Stadtbild. Dabei sollte die Stadt doch für alle da sein. Schließlich tragen auch alle dazu bei, dass das Leben in der Stadt funktionieren kann.

Was dabei vor allem verschwindet ist die Subkultur, sind alternative Lebensräume und ganze Existenzen, die hier über Generationen gewachsen sind. Kleine Läden verschwinden und stattdessen macht der nächste Rewe-City oder Ikea auf. Große Ketten verdrängen kleinere Unternehmen.

Gute Beispiele für diese Entwicklungen gibt es überall; die offensichtlichsten finden zurzeit wohl in Hamburg-Sankt-Pauli und in Berlin-Kreuzberg statt. Was dabei vergessen wird, ist die Tatsache, welchen Flair von diesen Bezirken bislang ausgehen und dass auch gerade sie Menschen in die Städte gezogen haben. Wäre wohl Hamburg weltberühmt ohne seine Reeperbahn?
Und gerade in solchen Bezirken hat sich ein Miteinander zwischen verschiedenen Kulturen entwickelt. Und dies soll nun systematisch zerstört werden?

Werden unsere Städte nicht immer mehr von Konsum, Bürogebäuden und schicken Wohnungen dominiert? Und die Vielfalt schwindet; es gibt immer weniger auch für sozial schwächere bezahlbare Wohnungen und so verschwindet immer mehr das Leben aus den Städten. Eine traurige Entwicklung in meinen Augen. Und man braucht sich nur die ganzen leerstehenden Bürogebäude in so ziemlich jeder Stadt ansehen, um zu erkennen, wo man wirklich ansetzen müsste.
In die Stadtplanung müssten die Bürger und einzelnen Stadtbezirke viel stärker eingebunden werden. Wenn ich mir so ansehe, was in Stuttgart in den letzten zehn Jahren an neuen Gebäuden entstanden ist, packt mich das Grausen, von wenigen Positivbeispielen abgesehen.

Am Protest zu Stuttgart 21 zeigt sich doch deutlich, dass die Bürger nicht mehr bereit sind alles hinzunehmen und das ist auch gut so. Je vielfältiger eine Stadt ist, desto attraktiver ist sie doch. Es wird Zeit, sich von Investoren nicht alles diktieren zu lassen.

Die Entwicklung von neuen Wohnprojekten und Generationshäusern zeigt eigentlich, dass in den Städten etwas ganz anderes fehlt. Ein gößeres Miteinander. Und wer solle besser die Bedürfnisse eines Stadteils kennen als die Bürger, die dort leben.


Noch ein Link zum Thema:

Die große Schande

Erneut macht Deutschland mit Waffenexporten Schlagzeilen. So sollen 200 Panzer an Saudi-Arabien verkauft werden und es wird wohl auch gerade ein Deal mit Algerien eingefädelt. Vielleicht hats da ja auch ein paar lupenreine Demokraten. Es ist unfassbar, dass Deutschland inzwischen wieder drittgrößter Waffenexporteur der Welt ist (nur getoppt von den U.S.A. mit ihrem wahnwitzigen Rüstungsetat und von Russland.
Wie will man da ernsthaft in Konflikten vermitteln? Ist doch völlig lächerliczh einerseits Waffen en masse zu verkaufen und anderseits zur Mäßigung in Konflikten aufzurufen, wenn nicht gar schizophren.
Ich schäme mich für all die Regierungen, die seit Jahrzehnten ohne Ausnahme diesen Wahnsinn mitmachen.
Und dann noch von Abrüstung zu sprechen. Wie sehr das Geld doch korrumpiert. Kranke Welt! 

Waffenexporteur Deutschland

Sonntag, 19. Juni 2011

Zeitarbeit – sinnvolles Arbeitsmodell oder Ausbeutung?


Inzwischen ist die Zeitarbeit aus der deutschen Wirtschaft kaum noch weg zu denken. Und sicher gibt es Arbeitsbereiche, in denen sie eine sinnvolle Komponente in der Arbeitswelt darstellt.  Als Instrument, um auf variierende Auftragslagen reagieren zu können. Um für wenige Betriebe gemeinsam einen zusätzlichen Arbeitsplatz schaffen zu können, den sie die einzelnen Unternehmen alleine nicht hätten leisten können. Sicher gibt es da noch weitere Beispiele.
Leider sehe ich nur hauptsächlich eine ganz andere Entwicklung. Zeitarbeit dient leider nur noch im Ausnahmefall dazu, zusätzliche Arbeitsplätze zu generieren sondern sie ersetzt schon seit längerem immer mehr bestehende Arbeitsverhältnisse. Und das ist eigentlich ein riesengroßer Skandal!
So arbeiten „Zeitarbeiter“ mit den Festangestellten oftmals dauerhaft in derselben Firma unter denselben Arbeitsbedingungen und bekommen dafür erheblich weniger Geld, teilweise gar nur 60 % des Nettolohns. Mitarbeiter werden entlassen und dann werden ihnen wieder Zeitarbeitsverträge angeboten. Und wer die nicht annimmt ist raus. Solche Entwicklungen treffen längst nicht nur einzelne Branchen, sondern haben sogar im sozialen Bereich Fuß gefasst. Am Anfang waren es dort das Reinigungspersonal und die Hauswirtschaftler. Inzwischen werden auch immer mehr Pflegekräfte auf dieser Basis beschäftigt. Das ist unglaublich unsozial!
Ein Blick auf die Jobbörse der Arbeitsagentur zeigt sogar, dass der überwiegende Teil der Stellenangebote im sozialen Bereich inzwischen über Zeitarbeitsfirmen vermittelt werden, mit denen die Arbeitsagentur langfristige Verträge eingegangen ist. Diese Zusammenarbeit ist für mich der Gipfel der Unverschämtheit! Das schönt die Statistiken, aber vertieft die sozialen Gräben nur noch weiter.
Ich würde nicht so weit gehen im Zusammenhang von Zeitarbeit von moderner Sklaverei zu sprechen, aber eine massive Zweiklassenbehandlung ist nicht mehr von der Hand zu weisen.
Und hier muss die Politik reagieren und die Zeitarbeit gesetzlich so zu definieren, wie sie ursprünglich gedacht war: Als zusätzliches Arbeitsplatzinstrument! Immer nur die Globalisierung vorzuschieben kann ich nicht mehr hören. Wir können preislich ohnehin nicht mit den boomenden Schwellenländern (allen voran China und Indien) konkurrieren.
 Diese totale Kapitulation vor der Wirtschaft muss endlich ein Ende haben. Der Preis ist viel zu hoch. Anständige Arbeit muss entsprechend entlohnt werden. Ultimativ Zeit für einen Mindestlohn für die Branchen.
P.S.: Reaktionen auf den Artikel zum Grundeinkommen würden mich sehr freuen. Auch dieses würde die Arbeitnehmer massiv stärken und keiner müsste sich auf solche Hungerlöhne einlassen.

Samstag, 18. Juni 2011

Georg Schramm beim Kleinkunstpreis

Endlich die Rede von Georg Schramm beim Kleinkunstpreis vor elitärem Publikum. Der hat sich mal was getraut! Respekt! Da hatten etliche das Messer im Rücken...



Montag, 13. Juni 2011

Das Grundeinkommen


Zum Grundeinkommen gibt es verschiedene Modelle. Da es aber völlig den Rahmen sprengen würde, möchte ich auf die Ökonomie nur am Rande eingehen. Verweise hierbei nochmal auf die Links in der Seitennavigation. Und im Rahmen der Diskussion lässt sich sicher noch genauer darauf eingehen. Auf jeden Fall wird heute schon für den sozialen Bereich über eine Billion Euro aufgewendet. Mehr Geld würde man auch bei einem 1000 Euro-Grundeinkommen nicht aufwenden.
Ich möchte vor allem auf die gesellschaftlichen Folgen eingehen. Ich möchte voranschicken, dass die Einführung des Grundeinkommens alleine nicht automatisch zu einer grundsätzlich gerechteren Verteilung des Kapitals führt. ABER: Es nimmt die schlimmsten Härten für diejenigen, die ganz unten stehen und nimmt Ihnen ihre Schuld- und Versagensgefühle, die ihnen von Mitmenschen und Politik übergestülpt werden.
Wer heute Hartz IV bezieht bekommt also monatlich 352 Euro ausgezahlt. Eine Wohnung wird ebenfalls gezahlt. Von diesem Geld soll also ein lebenswürdiges Leben garantiert werden. Klingt erst mal gar nicht so wenig. Aber das heißt zum Beispiel, dass für drei Mahlzeiten am Tag weniger als 5 Euro zur Verfügung stehen. Ich will nicht sagen, dass es unmöglich wäre, davon zu überleben. Jedoch frage ich mich, wie gesund wohl dieses Essen dann sein kann. Ich halte diese Summe für zu wenig um ein würdiges Leben zu bestreiten, zu dem ja nicht nur Nahrung, Kleidung und ein Minimum an Komfort gehören, sondern eben auch gesellschaftliche Teilhabe -  z. B. die Möglichkeit auch kulturelle Veranstaltungen zu besuchen, mit der Bahn zu fahren, um andere Menschen zu besuchen oder nach einem neuen Job zu suchen. Dass gar Tabak- und Alkoholkonsum diesen Menschen nicht zustehen sollen, halte ich für menschenverachtend.
Schlimmer ist noch das Menschenbild das dem zugrunde liegt und das speziell von der Springer-Presse geprägt wird. Aber leider auch von vielen Teilen der Politik. Und inzwischen tiefer in der Gesellschaft verwurzelt ist als ich gefürchtet hätte. Das haben bisherige Diskussionen, die ich schon geführt habe, aufgezeigt. Es wird so getan, als seien die meisten Menschen, die sich in dieser Situation befinden, selbstverschuldet darein geraten sind. Dabei wird ausgeblendet, dass es schwierig geworden ist, einen Job zu ergattern. Wenn ich unseren Minister Brüderle höre, der ernsthaft verkündet, wir seien auf dem Weg in die Vollbeschäftigung, könnte ich kotzen. Und man feiert sich, dass die Arbeitslosigkeit unter 3 Millionen gesunken ist. Schade nur, dass in dieser Bilanz ABM-Programme, Praktika und sonstige kurzzeitige Beschäftigungen aus der Bilanz gestrichen wurden. Von Kombilöhnen ganz zu schweigen. Fakt ist, dass es immer weniger Jobs gibt, die zum Leben reichen. Daher machen viele Menschen mehrere Jobs gleichzeitig. Erst vor kurzem habe ich in einer Geoausgabe gelesen, dass wenn die vorhandene Arbeit gleichmäßig aufgeteilt würde, jeder nur noch 3,5 Stunden arbeiten würde. Soweit ist die Mechanisierung inzwischen fortgeschritten. Doch anstatt diesem Fortschritt Rechnung zu tragen, arbeiten die meisten noch immer 8-10 Stunden am Tag – ist doch klar, dass dann viele nicht mehr arbeiten können. Natürlich gibt es auch gravierende Probleme im Bildungssystem das zu einem Fachkräftemangel geführt hatte. Aber selbst ohne diesen braucht es neue Gesellschaftsmodelle.
Was würde nun also geschehen, würde man ein Grundeinkommen einführen. Gehen wir mal von 1000 Euro für jeden aus. Das ist ja gar nicht mal so viel mehr als bisher, aber immerhin ein wenig. Nur kommt es jetzt nicht von 10 verschiedenen Trägern, sondern von einer einzigen Behörde. Niemand muss mehr in der Lage sein, unverständliche Anträge auszufüllen. Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Kindergeld und langfristig Rentengeld würden entfallen. Langfristig deswegen, da man ein solches System nicht von heute auf morgen einführen kann, sondern nur schrittweise.  
Der erste Widerspruch neben der Finanzierbarkeit im Allgemeinen ist meist der Aspekt, dass sich arbeiten dann für manche nicht mehr lohnen würde und sie lieber nur von diesem Grundeinkommen leben möchten. Da dieses Grundeinkommen völlig bedingungslos ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass so ziemlich jeder das vom Anderen denkt, wird er dazu befragt – nur nicht von sich selbst – auch dazu gibt’s was in der Linksammlung. Spricht für mich dafür, dass diese Propaganda des „faulen Nachbars“ wirklich gut gegriffen hat. Dem liegt ja wirklich ein mieses Menschenbild zugrunde.
Denn mal im Ernst: Wer will schon sein Leben auf dem Sofa verbringen? Das mag ja eine Weile durchaus Spaß machen aber dann wird’s unerträglich.
Der ein oder andere wird sich vielleicht in seiner Arbeitsintensität einschränken – das ist doch nur zu begrüßen, wenn es ohnehin nicht mehr genug Erwerbsarbeit für so viele gibt.

Außerdem gibt es ja auch eine Menge an Arbeit, die nicht bezahlt wird: Ehrenamt, Vereine oder auch die komplette Kindererziehung und Hausarbeit. Auch diese Form der Arbeit würde dann gewürdigt. Und so mancher würde sein Engagement in diesem Bereich ausbauen – auch wenn er nicht zu bemessen ist. Vor allem aber würde es bei vielen Menschen zu einem Gefühl der Sicherheit führen – man kann dann mal was ausprobieren – ob nun als Künstler, Journalist oder erste Schritte in eine andere Form der Selbständigkeit. Und wenn das nicht klappen sollte, würden die meisten ja wohl immer noch einen Job nachgehen wollen – wer will schon von diesen 1000 Euro abzüglich Miete leben? Kaum mehr als bisher auch schon. Aber es gäbe endlich eine neue Form der Solidarität. Keiner müsste sich mehr rechtfertigen, wenn er mal in der Luft hängt.
Jeder kann sich einen Job suchen, der ihm zusagt, was auch zu Produktionssteigerung führen würde und die Verhandlungsposition des Arbeitsnehmers würde enorm gestärkt. 

Bleiben Fragen, wie man Freiwilligenarbeit koordiniert, ob wirklich jeder dieses Grundeinkommen benötigt oder ob es doch noch eine stärkere soziale Staffelung geben soll (wie es die Linke fordert). Natürlich muss es weiter eine Pflegeversicherung geben.

Götz Werner`s Modell geht von einer 100% Mehrwert/Konsum-steuer aus. Poste dazu am Ende des Beitrags noch einen kurzen Auszug aus einem Film zum Grundeinkommen. Interessant daran ist, dass es auch nur noch eine Form der Besteuerung geben würde und ein Ende der Steuerschlupflöcher herbeigeführt würde.
Was gäbe es noch für Alternativen? Mein Hauptproblem ist, daß ist keine Abkehr vom Konsumwahn, da der Binnenmarkt enorm gestärkt wird. Schließlich haben die Bezieher des Grundeinkommens mehr konsumieren als die jetzigen Hartz IV-Bezieher. Alles müsste also auch einhergehen mit einer gesamtgesellschaftlichen Debatte, was ein „gutes“ Leben wirklich ist und wie wir unser Land gemeinsam gestalten wollen.

Es gibt viele Fragen, die sich da noch stellen und manche würden sich erst ergeben, würde man sich für dieses System entscheiden. Aber man könnte ja mal mit Modellregionen anfangen. Ich fände es toll, wenn wir nicht nur das Land sind, in dem aus der Atomenergie ausgestiegen wird, sondern dass mutig genug ist zu erkennen, dass es neue Gesellschaftsformen benötigt und wie die konkret aussehen können.
Ich glaube nicht, dass das Grundeinkommen alleine ein Wundermittel ist, doch stellt es für mich einen großen ersten Schritt dar hin zu einer gerechteren Gesellschaft, der dann andere folgen könnten. 

Freitag, 3. Juni 2011

Im Gleichschritt nach Europa?

oder "Wie man die aktuellen Bürgerproteste für seine Zwecke missbraucht"

Nun ist es also soweit. Eigentlich war es ja abzusehen: Die politische Rechte hat den Wutbürger für sich entdeckt. Sie nennen sich "BPE - Bürgerbewegung Pax Europa" und haben es sich zur Aufgabe gemacht, über die schleichende Islamisierung Europas "aufzuklären".
Diese Pfeifen sind übrigens gestern auf dem Schlossplatz aufgetreten und wurden zum Glück gestört.

"Ich halte es gerade in der heutgen Zeit für bitter notwendig, sich mit dem Islam auseinanderzusetzen. Nur wer informiert ist und wirklich etwas weiß, wird von Muslimen im Gespräch nicht über den Tisch gezogen" (Auszug aus deren Website).

Genau. Auf, ihr Gotteskrieger Jesu, informiert euch über den Feind. Hört auf, euch vom todbringenden Muselmann über den Tisch ziehen und euch eure Gehöfte, eure Frauen, eure Kinder, eure Autos, euer Land und eure Kartoffeln nehmen zu lassen. Unterstützt eure Glaubensbrüder im fernen Orient, die täglich Opfer von muslimischen Horden werden.

Kaum hält Thilo Sarrazin a.k.a. "MC Toter Gesichtsmuskel" mal ne Weile die Klappe und nicht jeder schwafelt nach, was er anderen Kulturen so an genetischen Unzulänglichkeiten anhängt, kommt jetzt also die die "BPE". In diesem Kürzel finden sich gleich zwei Lügen: "Bürgerbewegung" und "Pax". Zur "Bürgerbewegung": Jungs, ihr seid im Moment noch ein paar Hansel und keiner nimmt euch ernst. Ich hoffe, das ändert sich nicht. Zweitens ist leicht zu erkennen, dass die "BPE" nichts anderes im Sinne hat, als den "Wutbürger" für sich zu gewinnen. Der Traum von zehntausenden Islamkritikern, die statt "Mappus weg" Parolen wie "Mohammed raus" brüllen, macht dort wohl die Runde.

Leute, lasst euch nicht neppen!

"Er (der Verein "BPE", Anm. d. Autors) ist ausschließlich der Bewahrung der christlich-jüdischen Tradition unserer europäischen Kultur und der Erhaltung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtet." (Auszug aus deren Website)

Christliches Abendland blabla... für europäische Werte blabla. "Der spricht doch nur die Wahrheit aus, die hier ja total tabuisiert wird, endlich traut sich das mal einer". Ich kann's nicht mehr hören. Natürlich trauen es sich nicht viele, so völligen Stuss von sich zu geben!
Nicht, dass nur ständig mit diesem plakativen christlichen Abendland rumgenervt wird, jetzt müssen auch noch die europäischen Werte (lt. "BGE"-Website) für deren geistigen Durchfall herhalten. Armes Europa!
IHR verteidigt nicht die europäischen Werte! IHR vergiftet sie! IHR sorgt nicht für eine objektive Diskussion, IHR zerstört jede Diskussionskultur in Europa! IHR macht Stimmung auf dem Rücken von Minderheiten und befeuert die wachsende Angstkultur.
Für mich seid ihr nicht besser als als die ganzen "gesamteuropäischen" Nazis, die in letzter Zeit immer Kundgebungen veranstalten, um ihre soziopathischen Tendenzen zu therapieren. Hui, nach über 60 Jahren hat die Rechte also Europa entdeckt und drängt in die Mitte der Gesellschaft. Machen wir ihnen die Tür zu!
Damit wären wir übrigens bei der zweiten Lüge in deren Kürzel "BGE" gewesen. "Pax" (lat. für "Frieden") wird so nicht gefördert, sondern tiefstes Misstrauen.

Und Sarrazin, die Möchtegernbürgerbewegung sowie alle Angstmacher, die derzeit auf Straßen und in den Medien herumgeistern: Deutschland, schaff sie ab!

Und übrigens:

DANKE

an alle "Störer" von gestern. Macht bloß weiter so!